A Copa das Confusões

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Das kann ja heiter werden. In 71 Tagen findet in Brasília der Anstoß zum FIFA Konföderationen-Pokal statt und schon jetzt ist klar, dass Brasilien vor allem bei der städtischen Mobilität die Anforderungen nicht erfüllen wird. Anlässlich der heutigen Einweihung des dritten WM- und Confed-Cup-Stadions in Salvador da Bahia hat FIFA-Generalsekretär Valcke in ungewöhnlich deutlichen Worten die Organisatoren kritisiert.

Mit einem kräftigen Tritt gegen den Ball weihte Brasiliens Präsidenten Dilma Rousseff die Arena Fonte Nova in der Hauptstadt des Bundesstaates Bahia ein.

Es ist das dritte von sechs Confed- und zwölf WM-Stadien, das somit fertiggestellt wurde. Im Gegensatz zum Castelão in Fortaleza und zum Mineirão in Belo Horizonte wurde das Stadion in Salvador komplett neu aufgebaut. Es fasst 50.000 Zuschauer und kostete insgesamt 592 Millionen Reais (€ 228 Mio.).

Wie die verbliebenen drei Stadien für die WM-Generalprobe im Juni diesen Jahres hinkte Fonte Nova dem Zeitplan hinterher. Noch bzw. erst in diesem Monat sollen die verbliebenen drei nachgereicht werden: Am 14. April die Arena Pernambuco in Recife, am 21. April das Eröffnungsstadion Mané Garrincha in der Hauptstadt Brasília und am 27. April das runderneuerte Maracanã in Rio de Janeiro, wo am 30. Juni das Finale der Mini-WM stattfinden wird.

In seiner regelmäßigen Kolumne auf der FIFA-Seite machte der Generalsekretär des Weltfussballverbandes Jérôme Valcke keinen Hehl daraus, dass er mit den Vorbereitungen wenig zufrieden ist:

Die nächsten Wochen werden für die Spielorte, das Lokale Organisationskomitee (LOK), die brasilianische Regierung und die FIFA eine Feuerprobe sein.

Valcke erwartet zwar ein „fantastisches“ Turnier, „aber nicht alle operativen Aspekte werden bei 100 Prozent sein“. Statt der vorgesehenen sechs blieben in den meisten Fällen weniger als zwei Monate Zeit, um die notwendigen Testveranstaltungen durchzuführen.

Der Generalsekretär macht in der Kolumne deutlich, „dass sich dies bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft nicht wiederholen darf. (…) Die Frist für die Übergabe der WM-Stadien ist und bleibt Dezember 2013. Es wird keine Kompromisse geben.“

Eine aktuelle Aufstellung des brasilianischen Portal 2014 zeigt, dass die sechs verbliebenen WM-Stadien zwar voraussichtlich fristgerecht fertig sein werden, es aber erhebliche Verzögerungen bei den Infrastruktur- und Mobilitätsprojekten gibt.

Brasília und Manaus haben ihre Straßenbahnpläne (VLT) beerdigt, andere liegen mit ihren Infrastrukturprojekten hoffnungslos dem Zeitplan hinterher. Natal hat schon eingestanden, den riesigen Flughafen São Gonçalo de Amarante bis zur WM nicht fertig zu bekommen.

Von den Infrastruktur- und Kommunikationsprojekten für den Konföderationen-Pokal ganz zu schweigen.

Aber auch in den kleinen Details hapert es. Wie die britische Daily Mail genüsslich aufzeigte, zeigen sich eklatante Fehler bei der Stadionbeschilderung. Im gerade eingeweihten Fonte Nova in Salvador entdeckte sie ein Schild, in dem Saída (Ausgang) mit Entrace (sic!) übersetzt wurde. Da fehlt nicht nur ein „n“, entrance bedeutet außerdem Eingang.

Die Copa das Confederações droht somit zur Copa das Confusões zu mutieren, zum Pokal der Konfusionen.

Nur noch 99 Tage bis zum Konföderationen-Pokal in Brasilien

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