Heisst es bald #MiaSanWeltmeister?

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Deutschland und die Fussball-Welt verneigen sich vor dem FC Bayern. Deutscher Meister nach gerade Mal 27 Spieltagen – das gab es noch nie! Gegner zollen Respekt und erkennen die Überlegenheit des Meisters an. Die Bayern sind das Maß aller Dinge – ausgerechnet in der wohl dunkelsten Stunde ihrer Vereinsgeschichte.

Licht und Schatten liegen eben nah beieinander. Auf der einen Seite dieser unglaubliche sportliche und finanzielle Erfolg, auf der anderen Seite die Schmach mit Steuerverbrecher Uli Hoeneß. Licht und Schatten verdichten sich geradezu in dieser Person: Der Uli-Hoeneß-Lichtgestalt und dem Uli-Hoeneß-Schwerverbrecher (sorry, liebe Bayern-Fans. Aber man muss die Dinge wenigstens beim Namen nennen dürfen).

Es ist unfassbar, welche Summen Uli Hoeneß an der Steuer vorbeizumogeln versuchte. Und es ist genauso unfassbar, was Uli Hoeneß auf der anderen Seite aufgebaut und erreicht hat.

Pep Guardiola widmete den Titel „der wichtigsten Person im Verein„. Und das Auftrumpfen der Mannschaft könnte auch wie ein Trotzsignal verstanden werden: Jetzt erst recht! Jetzt zeigen wir’s ihnen!

Doch die Mannschaft meidet jeden Anschein der Überheblichkeit.

Das zeigt, welche mentale Stärke diese Mannschaft hat, die zielstrebig ihre sportlichen Ziele verfolgt, ohne sich von den sie umgebenden Bombeneinschlägen ablenken zu lassen. Das erfodert allemal allergrößten Respekt und zeugt von höchster Professionalität.

Der FC Bayern ist auf dem Zenit seiner Herrlichkeit. Und das wegen und gleichzeitig trotz Uli Hoeneß.

Das entschuldigt und schmälert nicht seine Verfehlungen, genauso wenig wie sie seine Leistungen schmälern.

Für Hoeneß dürfte es schmerzlich gewesen sein, in dieser Stunde des Triumphes nicht auf der Tribüne des Olympiastadions gesessen zu haben. In solchen Momenten dürfte ihm am meisten bewusst werden, was für eine Scheiße er sich da eingebrockt hat. Die dreieinhalb Jahre Haft für sich allein nehmen sich wie ein Pappenstiel dagegen aus.

Aber da muss er durch, wie jeder andere auch. Dafür mag er Mitleid erfahren, Respektbekundungen erfordert es dagegen nicht.

Der Verein und die Bildregie haben zugleich kühl zu verstehen gegeben, dass es auch ohne Uli geht.

Schließlich hat man einen Matthias Sammer im Vorstand, der nicht minder irre und dominant ist wie Uli Honeß und während des Spiels gegen die Hertha mit einem Vereinsshirt wie besessen eine Scheibe putzte. Und einen perfektionistischen Mega-Trainer wie Pep Guardiola, der wie Faust auf Auge alles in seiner Person repräsentiert, wofür der FC Bayern steht und stehen will: Erfolg, Professionalität, Überlegenheit, Intelligenz, Dominanz, Geld. Und trotzdem familiär und freundlich.

Kein Wunder, dass sich Weltkonzerne die Finger danach lecken, mit so einem Verein zu kooperieren. Erfolg ist eben sexy und wer Erfolg hat, dem wird vieles geschenkt.

Im Hinblick auf die WM 2014 in Brasilien ist Nationaltrainer Jogi Löw in einer komfortablen Situation. Seine Leistungsträger brauchen sich in der Bundesliga nicht mehr verausgaben, können sich auf die internationalen Begegnungen in der Champions League konzentrieren (und en passant den DFB-Pokal einheimsen).

Sie strotzen vor Selbstbewusstsein und werden sich auch im Hinblick auf die FIFA-WM voll auf den Titelgewinn fokussieren und den Rest der Mannschaft – sofern überhaupt nötig – mit nach vorne treiben.

Dann heisst es im Juli 2014 #MiaSanWeltmeister und nicht nur #MiaSanMeister.

(Angesichts des internationalen Top-Kaders der Bayern wird irgendein Mitspieler auf jeden Fall den WM-Titel mit nach München bringen…)

Manche fürchten schon, dass in der Bundesliga nun die totale Langeweile ausbricht. Aber Michael Rebmann hat auf N24.de gute Gründe angeführt, wieso man das auch anders sehen kann.

Den deutschen Bayern-Spielern ist zu empfehlen, möglichst noch vor Juni ein Zeitfenster abzupassen, welches eine Stippvisite in Porto Seguro ermöglicht, um sich schonmal einen Eindruck von den Gegebenheiten vor Ort zu machen. Ein solcher persönlicher Eindruck ist durch nichts zu ersetzen, wie gerade erst Oliver Bierhoff wieder erfahren durfte.

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