Zu Gast bei Freunden

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Die Welt zu Gast bei Freunden – das war das offizielle Motto der Fussball-WM in Deutschland vor bald sieben Jahren. Aber es könnte auch das Motto sein für die WM nächstes Jahr in Brasilien. Denn die Gastfreundschaft, die ich hier erlebe, ist wirklich überwältigend.

Ich habe laufend Besuch. Selbst as gatas (die Katzen) laufen hinter mir her…

Mein erster Besucher war eine kleine Fledermaus, die offenbar eigens am Wegesrand auf mich gewartet hatte, um dann gefilmt zu werden.

Fünf Tage später überraschte mich ein Riesen-Grashüpfer mit wunderschönen Flügeln in rot und blau. „Esperança“, Hoffnung, wird das Insekt hier genannt.

Eine Riesenkakerlake in meinem Badezimmer war nicht so willkommen. Einen Schrecken jagte mir eines Abends auch eine Riesenmotte im Badezimmer ein, die so groß war, dass ich sie zunächst für eine Fledermaus hielt.

Vor drei Tagen entdeckte ich dafür erneut eine Fledermaus. Sie klammerte sich an die Holzlatte der Eingangstür, weil eine bunt gescheckte Katze es auf sie abgesehen hatte. Ich verscheuchte die Katze, fürchte aber, dass es am Ende nichts genutzt hat.

Ein recht merkwürdiges Geschöpf entdeckte ich am 22. Januar in der Nähe meiner Siedlung am Straßenrand. Sah aus wie das Gerippe einer Riesen-Languste oder eines kleinen Dinosauriers, mit langen Tentakeln, Wirbelsäule und langem Schwanz. (Siehe die Fotos hier.)

Aus der Nähe betrachtet waren es aber nur Holzstöckchen und Reste einer Kokosnuss, die zufällig oder nicht so auf dem Boden verstreut waren.

Ein schwarzes Kätzchen miaut mir immer hinterher, wenn ich vorbeikomme. Eine bunt gescheckte Katze (gata) besuchte mich schon auf meiner Veranda.

Gestern am Strand plötzlich zwei Schildkröten im Wasser entdeckt. Sofort waren die Kinder einer Frau, die in meiner Nähe schwammen, in heller Aufregung. Ich holte mein Handy und versuchte, die scheuen Besucher zu filmen, was mehr oder weniger gut gelang. Man sah die Köpfe aus dem Wasser ragen, schemenhaft zeichnete sich der Rückenpanzer unter der Wasseroberfläche ab. (Schaue das Video hier!)

Ein Nachbar hat gestern sogar einen Delphin aus nächster Nähe gesehen. Und mein nächster Nachbar hat mir erzählt, schon öfters Besuch von einem kleinen Affen bekommen zu haben, der gegenüber in den Bäumen lebt.

Am Straßenrand habe ich heute leider einen toten kleinen Affen gefunden. Vielleicht hat ein Auto ihn überfahren, obwohl er nicht verletzt aussah, nur schon ein wenig verwest. Lange kann er da aber nicht gelegen haben, denn ich komme mehrmals am Tag an der Stelle vorbei und habe ihn heute Vormittag zum ersten Mal bemerkt.

An manchen Monaten (vor allem um den November herum) ziehen sogar Buckelwale (baleia jubarte heisst das auf Portugiesisch) vorbei.

Es ist traumhaft schön hier. Schwer vorstellbar, ein solches Paradies einfach zurück zu lassen. Wäre meine Familie hier, wäre das Glück perfekt.

Eigentlich wäre am kommenden Mittwoch schon mein Rückflug nach Deutschland. Aber ich werde ihn verschieben.

Denn so, wie sich die Dinge hier gestalten, kann ich nicht unverrichteter Dinge wieder abreisen.

Habe über Facebook, Mail oder wildfremde Menschen vor Ort schon so viele Einladungen bekommen, doch bitte auch ihre Region zu besuchen und über sie zu berichten, dass ich meinen Aufenthalt hier wohl problemlos bis zur Jahresmitte verlängern könnte.

Werde Mitte nächster Woche erst einmal nach Belo Horizonte fahren, um dort Familie zu besuchen und nach Möglichkeit die Einweihung des WM-Stadions Mineirão am 2. Februar zu erleben. Danach geht es womöglich noch einmal zurück nach Porto Seguro.

Ich würde allerdings jedem empfehlen, der sich vielleicht mit dem Gedanken trägt, hier in der Region Porto Seguro unter Umständen in Grund und/oder Immobilien zu investieren zu wollen, dies alsbald zu tun.

Es gibt nach wie vor tolle Gelegenheiten. Sie werden aber mit Sicherheit nicht zahlreicher und schon gar nicht billiger, im Gegenteil.

Und als Urlaubsregion kann ich Porto Seguro sowieso in jedem Fall empfehlen. Schreibt eine Mail an info@parabens.de, wenn jemand Interesse hat. Da lässt sich etwas arrangieren. Auch kurzfristig. (In der zweiten Februar-Woche ist Karneval, wo die Stadt aus allen Nähten platzt. Für viele die beste Zeit des Jahres hier, allerdings auch die teuerste. Aber selbst zu Karneval könnte ich noch eine schöne Unterkunft arrangieren zu einem guten Preis.)

In Paradise

 

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