WM 2014: Infrastrukturprojekte hinken Zeitplan hinterher

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Dass Brasilien bei der Fertigstellung der Stadien für die Fussball-WM 2014 nicht zu Potte kommt, ist in meinem Blog und andernorts schon vielfach berichtet worden. Noch schlimmer sieht es bei den Infrastrukturprojekten und der städtischen Mobilität aus. Gerade mal fünf der ohnehin schon auf 41 gestutzten Maßnahmen sind bisher fertig, wie das renommierte Portal estadao berichtet.

Ursprünglich waren im Generalplan von September 2010 insgesamt 56 Verkehrsprojekte geplant mit einem Investitionsvolumen von 15,4 Milliarden Reais (ca. € 4,7 Mrd.). Gerade mit diesen Investitionen in die mangelhafte Infrastruktur wollte die Politik der Bevölkerung die WM schmackhaft machen, nach dem Motto: „Seht her, ihr alle habt etwas davon! Das viele öffentliche Geld wird nicht verpulvert, sondern sinnvoll und nachhaltig ausgegeben.“

15 Projekte wurden jedoch inzwischen aus dem Masterplan gestrichen, weil selbst die Verantwortlichen eingestehen mussten, dass sie niemals rechtzeitig fertig werden würden. Ob und wann die verbliebenen Infrastrukturmaßnahmen abgeschlossen sind, ist laut estadao aber auch nicht absehbar.

„Die Mobilität wird den größten Frust in der Gesellschaft in Bezug auf die WM verursachen“, sagte Gil Castelo Branco von der Nichtregierungsorganisation „Contas Abertas“ (Offene Rechnungen) gegenüber estadao. „Viele Arbeiten wurden aus dem Masterplan gestrichen und andere werden nicht rechtzeitig fertig. Das ist ein armseliges Ergebnis.“

Neben dem Ausbau und der Modernisierung der Flughäfen geht es im Wesentlichen um Projekte, welche den städtischen Verkehr und den Transport der Touristen zu den Stadien und Flughäfen verbessern sollen.

Dazu zählt beispielsweise die Transcarioca, ein 39 Kilometer langer Korridor, der den internationalen Flughafen von Rio de Janeiro (Galeão bzw. Antônio Carlos Jobim) mit dem Viertel Barra da Tijuca im Süden der Metropole verbinden soll.

Die Arbeiten seien zu 85 Prozent abgeschlossen, versicherte ein Verantwortlicher der Stadtverwaltung gegenüber estadao, und es gelte das Versprechen, vor Beginn der WM damit fertig zu werden.

Schlechter sieht es beispielsweise im WM-Austragungsort Natal aus. Die Verkehrsprojekte rund um das Stadion Arena das Dunas sind dem Bericht zufolge erst zu 45 Prozent abgeschlossen.

In der Bundeshauptstadt Brasília harrt noch die DF-047 der Fertigstellung. Die Bundesstraße verbindet den Flughafen mit dem Stadtzentrum. Man sei im Zeitplan und etwa zu 80 Prozent fertig, versichert eine Pressesprecherin gegenüber estadao. Das Portal ergänzt, dass hier allerdings ein neuer Zeitplan zugrunde gelegt wird. Ursprünglich sollte die Verbindungsstraße schon im November 2011 fertiggestellt sein…

Das Straßenbahn-Projekt, welches unter anderem das Zentrum von Cuiabá (Mato Grosso) mit dem dortigen Flughafen verbinden sollte, wird defintiv nicht fertig und bestenfalls in Teilen zur WM einsatzfähig sein.

120 Tage vor Anpfiff der WM gibt es gar Projekte, die sich noch im Ausschreibungsmodus befinden, wie estadao fassungslos vermeldet. Dazu zählt die Asphaltierung des Geländes rund um das soeben fertiggestellte Stadion Beira-Rio in Porto Alegre.

Fussball-Fans aus aller Welt können sich also schonmal darauf gefasst machen, die WM-Austragungsorte als unfertige Baustellen zu erleben.

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2 Gedanken zu „WM 2014: Infrastrukturprojekte hinken Zeitplan hinterher“

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