WM 2014: FIFA und Brasilien versuchen Neuanfang

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Nach den Spannungen der letzten Wochen und Monate wollen die FIFA und Brasilien einen Neuanfang machen. Das erklärte FIFA-Präsident Blatter nach einem Treffen mit den maßgeblichen brasilianischen Fussball-Funktionären im FIFA-Hauptquartier in Zürich.

„Wir starten eine neue Zeit – nicht bei Null – aber eine neue Zeit für die Organisation der WM“, sagte FIFA-Präsident Blatter auf der Pressekonferenz im Anschluss an das Treffen, die live im Internet gestreamt wurde.

Teilgenommen haben neben Blatter u.a. sein Generalsekretär Jerome Valcke, Brasiliens Sportminister Aldo Rebelo, CBF-Präsident José Maria Marin sowie die Ex-Fussballstars Ronaldo und Bebeto als Vertreter des Lokalen Organisationskomitees (LOK bzw. COL).

Es war das erste Zusammentreffen von Sportminister Rebelo mit FIFA-Generalsekretär Valcke, nachdem Letzterer im März mit harscher Kritik („Brasilien braucht einen Tritt in den Hintern“) für Empörung gesorgt hatte und Brasiliens Politiker ihn nicht mehr als Gesprächspartner akzeptieren wollten, darunter auch Sportminister Rebelo.

Auf der PK versicherten nun alle unisono, dass man die Vergangenheit zurücklassen, nach vorne schauen und als ein Team zusammenstehen wolle.

Um die neue Entspanntheit auch bildlich rüberzubringen, zeigten sich die Funktionäre in einer Sitzungspause auf einem Fussballplatz und kickten locker miteinander. Nur Valcke hielt sich auffällig zurück. Das Video gibt es auf YouTube:

Wichtigste Neuerung ist, dass das Lokale Organisationskomitee als zentrale Anlaufstelle durch einen Vertreter der brasilianischen Regierung verstärkt wird. Es handelt sich um Staatssekretär Luis Fernandes aus dem Sportministerium. Damit soll sichergestellt werden, dass die Regierung in alle Prozesse eingebunden ist.

Künftig soll es alle sechs Wochen Updates über die Fortschritte bei den Vorbereitungen geben. In Bezug auf die Vorbereitungen des Confed Cup 2013 attestierte die FIFA in einer Presserklärung „signifikante Fortschritte“, insbesondere was Salvador, Rio de Janeiro und Recife angehe. Von den weiteren Fortschritten hängt ab, ob Salvador und Recife als Austragungsorte für die Mini-WM 2013 in Frage kommen.

Die brasilianische Regierung hat auf ihrer Seite ein Video-Interview veröffentlicht, in dem Sportminister Aldo Rebelo im Anschluss an das Treffen aus seiner Sicht die Ergebnisse noch einmal zusammenfasst (auf Portugiesisch):

Die wichtigsten Statements auf Englisch gibt es hier.

Für den morgigen Mittwoch ist im brasilianischen Senat die Abstimmung über die Lei Geral, das WM-Rahmengesetz geplant. Sollte der Senat keine Änderungen vornehmen, kann es endlich von Präsidentin Dilma Rousseff unterzeichnet werden.

P.S.: Der stream der FIFA war eine Katastrophe: Man bekam nur Bruchstücke mit, die ständig von einem Standbild mit Warteschleifen-Musik unterbrochen wurden. Über Twitter erfuhr ich, dass glücklicherweise auch das brasilianische G1 einen stream anbot. Der funktionierte fehlerlos. Da neigte sich die PK aber schon dem Ende zu. Blatter versuchte bei seiner Schlussansprache, Portugiesisch zu sprechen, was aber eher Spanisch war. Die brasilianischen Partner sprachen Portugiesisch, nicht Englisch. Und eben hier liegt vermutlich auch ein wesentlicher Grund für die vielen Missverständnisse auf beiden Seiten: Sprachliches und kulturelles Unverständnis.

Portal: Slogan für Fussball-WM 2014 in Brasilien lautet „All In One Rhythm“

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