Werte – Macht und Missbrauch

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Von Werten ist ja ständig die Rede. Zuletzt vornehmlich im Zusammenhang mit der Europawahl. Parteien, Institutionen und Bürger beschworen sie, als könnte man sie allein damit am Leben erhalten. Gemeint sind damit so abstrakte Ideen und Konzepte wie Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Menschenwürde. Das sind große Worte, mit denen man Vieles meint, was dann aber im Einzelnen noch näher zu definieren ist. Die Meinungen darüber gehen offenbar weit auseinander, wie man an den öffentlichen Debatten tagtäglich beobachten kann. Und da so oft und penetrant davon die Rede ist, zeigen manche auch schon Ermüdungserscheinungen. Zumal, wenn Anspruch und Wirklichkeit so weit auseinanderklaffen. Da herrscht eine DISKREPANZ, welche mindestens der Größe einer Schlucht im Grand Canyon entspricht!

Manche pfeifen einfach drauf und sagen sich: Mir doch egal. Was geht mich das an? Hauptsache ich hab meinen Spaß und mach einfach weiter wie bisher und denke an erster Stelle nur an mich!

Andere verzweifeln geradezu an diesem Zustand. Und da sie das Eine nicht mit dem Anderen in Einklang bringen können, werden sie krank, werden bipolar oder depressiv oder leiden sogar körperlich.

Depression als Folge des Weltschmerzes

Menschen mit dieser im klinischen Sinne als „psychisch“ deklarierten „Störung“ haben extreme Stimmungsschwankungen, die sie selbst kaum mehr kontrolliert bekommen. Ich habe hier in Paraty unter meinen engsten Freunden allein mindestens zwei Exemplare dieser Spezies. Sie nehmen täglich Medikamente, um die schlimmsten Ausreißer abwenden zu können. Die schlimmsten Momente sind die der totalen Antriebslosigkeit, welche die Betroffenen geradezu ans Bett fesselt. Sie können/wollen sich vor lauter Trübsinn nicht einmal mehr aus dem Bett bewegen. Nehmen sie keine Medikamente (oder andere Drogen…), die ihre Stimmung wieder aufhellen, hat diese Trübsal am Ende einen zwangsläufig tödlichen Ausgang, wenn im unmittelbaren Lebensumfeld niemand da ist, der die betroffene Person auffängt und am Leben erhält.

Es liegt auf der Hand, dass solche Menschen allein nicht überlebensfähig sind. Sie brauchen Hilfe.

Auf der anderen Seite könnte man einem solchen psychischen Depressionsverlauf auch einfach freie Fahrt gewähren und schulterzuckend sagen: ist doch eine elegante Art, sich aus dieser Welt zu expedieren! Ich gebe diesem körperlichen und seelischen Verlangen nach und lege mich einfach nieder und schlafe meinem Tod entgegen, um endlich all dem Scheiß um mich herum entfliehen zu können.

Jeder hat so seine individuelle Schmerzgrenze. Und wenn’s genug ist, ist’s eben genug! Es gibt keine moralisch- ethische Pflicht, ein Leiden bis zum Äußersten ertragen zu müssen. Der Tod kann genauso Erlösung sein wie Schrecken. Der letzte Ausweg, der immer und jederzeit zur Verfügung steht. Das muss jeder für sich selber wissen. Ich habe selbst schon unzählige solcher Momente in meinem persönlichen Leben gehabt, wo ich mich sehr ernsthaft mit Suizidgedanken getragen habe.

Gott sei Dank habe ich sie nicht in die Tat umgesetzt, sonst wäre ich jetzt nicht hier, wo ich bin. Denn wenn du meinst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her…

So sehr in der Öffentlichkeit und in ethisch-moralischen Debatten der Suizid/Selbstmord/Freitod geächtet und verurteilt wird – Religionen und Gesetze verbieten ihn geradezu! – hat er für Viele durchaus seine ethische Berechtigung. Und es gibt ja viele berühmte Persönlichkeiten, die sich „aus Gründen“ umgebracht haben.

Ein Selbstmord aus nichtigen Gründen („Ich hab eine Sechs in Mathe geschrieben“ zum Beispiel) ist natürlich lächerlich. Rückschläge gibt es ständig im Leben. Es läuft nicht immer alles so, wie wir es wollen oder es uns wünschen oder andere es von uns wünschen. Da muss man im Leben schon eine dickere Haut entwickeln und gewisse Widersprüche und Schläge aushalten. Denn Rückschläge können auch einfach der Hinweis der Realität an dich sein, dass du ein paar grundsätzliche Dinge nicht beachtet, verstanden und/oder akzeptiert hast.

Wir alle machen Fehler. Nobody is perfect. Jeder muss sich an die Gegebenheiten bis zu einem gewissen Grad anpassen, sonst wird er/sie zwangsläufig scheitern. Das ist ein ganz normaler Lernprozess, dem jedes Lebewesen ausgesetzt ist, um zu überleben.

Aber natürlich kann die Summe der Rückschläge, auf die wir – zumindest auf den ersten Blick – keinen Einfluss haben, so groß werden, dass wir nur noch einen Ausweg sehen, nämlich uns aus diesem Dilemma, das uns eh umbringen würde, zu befreien: Der freie Entschluss, nach reiflicher und ehrlicher Abwägung aller Faktoren,  seinem Leben eigenhändig ein Ende zu bereiten!

Der österreichische Schriftsteller Stefan Zweig  ist ein Beispiel dafür. Er nahm sich am 23. Februar 1942 im brasilianischen Petrópolis  das Leben, mitten in den Wirren des Zweiten Weltkriegs.

Ich habe das Haus, in dem er die letzten Monate seines aufregenden Lebens zur Miete gewohnt hatte, mehrmals besucht und nach meinem ersten Besuch im März 2013 einen Beitrag dazu auf diesem meinem Blog veröffentlicht.

Die Welt von Gestern

Wenn man seine Lebensgeschichte und seinen aufrichtigen und ernsthaften Charakter kennt, dann verstört es umso mehr, dass ausgerechnet ein so beseelter und wunderbarer Mensch seinem Leben ein solches Ende bereitete: er war weder körperlich krank noch ging es ihm in materieller Hinsicht schlecht. Er war der berühmteste und erfolgreichste deutschsprachige Schriftsteller seiner Zeit! Seine Bücher waren international erfolgreich! Wurden in alle Sprachen übersetzt!

Wieso in Gottes Namen hat dieser Mensch sich also umgebracht? Was war geschehen?

Sein Abschiedsbrief, den er der Welt hinterließ, hängt in vergrößerter Form an der Wand des Zimmers, wo er sich zusammen mit seiner zweiten, noch jungen Frau Lotte gemeinsam mittels einer Überdosis Schlaftabletten das Leben nahm. Die Casa Stefan Zweig ist dank einer privaten Initiative heute ein kleines Museum.

Der Brief (Declaração) ist kurz und knapp und sehr selbstreflektiert formuliert:

Ehe ich aus freiem Willen und mit klaren Sinnen aus dem Leben scheide, drängt es mich eine letzte Pflicht zu erfüllen: diesem wundervollen Lande Brasilien innig zu danken, das mir und meiner Arbeit so gute und gastliche Rast gegeben. Mit jedem Tage habe ich dies Land mehr lieben gelernt und nirgends hätte ich mir mein Leben lieber vom Grunde aus neu aufgebaut, nachdem die Welt meiner eigenen Sprache für mich untergegangen ist und [Streichung] meine geistige Heimat Europa sich selber vernichtet.

Aber nach dem sechzigsten Jahre bedürfte es besonderer Kräfte um noch einmal völlig neu zu beginnen. Und die meinen sind durch die [Streichung] langen Jahre heimatlosen Wanderns erschöpft. So halte ich es für besser, rechtzeitig und in aufrechter Haltung ein Leben abzuschliessen, dem geistige Arbeit immer die lauterste Freude und persönliche Freiheit das höchste Gut dieser Erde gewesen.

Ich grüsse alle meine Freunde! Mögen sie die Morgenröte noch sehen nach der langen Nacht! Ich, allzu Ungeduldiger, gehe ihnen voraus.

Stefan Zweig
Petropolis 22. II 1942

Stefan Zweig war an der Unmenschlichkeit seiner Zeit innerlich zerbrochen und verzweifelt.

Die Welt befand sich dank Hitler und vieler anderer ungünstiger Umstände im Krieg. Juden, Schwule, Behinderte, Andersdenkende wurden im aggressiven und expansiven Hitler-Deutschland gnadenlos verfolgt und vernichtet!! Stefan Zweig, selbst jüdischer Abstammung, aber kosmopolitisch statt engstirnig religiös veranlagt, musste seine geliebte Heimat verlassen, seine weltbekannten Bücher wurden verbrannt, durften nicht in den Handel, seine Theaterstücke nicht aufgeführt werden. So erging es millionen Menschen, die allein wegen ihrer Religion, ihrer Meinung, ihrer Neigungen, ihres Aussehens verfolgt und vernichtet wurden!

Stefan Zweig hatte schon den ersten Weltkrieg erlebt, bevor er ausbrach, als er ausbrach und wie es danach aussah.

Er wusste vom ersten Tag an, an dem  der Zweite Weltkrieg mit dem deutschen Überraschungs-Angriff auf Polen in Europa ausbrach, welches Ende das nehmen würde! Nicht nur er hatte sofort alle Bilder aus dem Ersten Weltkrieg im Kopf: den Tod, die Zerstörung, den Niedergang! Ein Déjà-vu! Und er wusste, dass es diesmal noch schlimmer werden würde, denn die Militärindustrie verfügte nun über noch weitaus schlimmere Massenvernichtungswaffen! Und der allgemeine Hass und Streit in Europa hatte sich so erhitzt, dass es kein Halten mehr gab! Alle  mussten an die Waffen! Entweder, weil sie auf Seiten der Aggressoren in andere Länder eindrangen (Invasion) und sie einfach für sich reklamierten. Oder um auf der anderen Seite ihr Land und die eigene Familie zu verteidigen!

Krieg bedeutet Auge um Auge, Zahn um Zahn. Da kommt alles auf den Tisch, jedes Detail zählt. Militärische, technologische Überlegenheit ist da nur ein Faktor von Vielen.

Stefan Zweig wollte sich das nicht nochmal antun, obwohl er sich in Brasilien sehr wohl fühlte und dort in einem sicheren Hafen war. Aber es war eben nicht sein Zuhause. Es war nicht seine Kultur, in und mit der er aufgewachsen war. Obwohl er schon zu seiner Zeit ein Weltbürger war und die ganze Welt bereist und kennengelernt hatte, galt ihm Österreich, galten ihm Wien und Salzburg und der ganze europäische Kulturraum als eine wundervolle Gesamtheit, die einen ungeheuren Reichtum darstellte.

Mit Hitler und dem Faschismus ging das alles zugrunde! Die Schuld daran ist nicht allein Hitler und all den anderen Faschisten zuzuschreiben. Es waren die Menschen selbst, die sich in Extreme polarisieren ließen oder den aufkommenden Rechtsextremismus aus ihrem Alltag auszublenden versuchten, solange es sie nicht selbst unmittelbar betraf.

Das ist ein gruppendynamisches Verhalten, das leider unter Menschen sehr verbreitet ist. Die „schweigende Mehrheit“ starrt wie das Kaninchen auf die Schlange und hält am liebsten ganz still in der Hoffnung, dass die Schlange sie nicht bemerkt!

Im realen Dschungel kann das durchaus die richtige Strategie sein, wenn die Schlange gerade keinen Hunger hat und einfach ihres Weges geht.

Wenn sie dagegen hungrig ist, wird sie sich diese große Speise nicht entgehen lassen. Da hilft kein hilfloses Erstarren. Da muss man zusehen, dass man mit einem überraschenden Ablenkungsmanöver die Aufmerksamkeit der Schlange ablenkt und zugleich wegrennt. Sehr erfahrene Jäger wissen sich natürlich auch anderweitig zu helfen, wenn nötig. Aber das ist nur ultima ratio. Denn auch die Schlange hat ein Recht auf ihren Lebensraum. Sie sorgt dafür, dass im Wald beispielsweise die Mäusepopulation nicht zu stark anwächst , was wiederum andere Lebewesen bedrohen würde.

Disruption – der Knalleffekt der Dynamik

Alle zusammen ergeben ein biologisches Miteinander, wo jeder seinen Platz hat, der eine vom Anderen lebt. Fressen und Gefressenwerden. Schwund ist also immer, aber er hält sich in Grenzen. Epidemien treten selten aus, weil sich das System in der Regel selbst in einem gewissen Gleichgewicht hält. Es ist das in ihrem Innersten angelegte Bestreben aller Kräfte, einen Zustand des Gleichgewichts, der Harmonie herzustellen! Das System reagiert nur dann extremer, wenn es auf extremere äußere Einflüsse trifft, die nur mit härteren Gegenmaßnahmen wieder ins Gleichgewicht zu bringen sind.

Dazu gehören sicher solche Ereignisse wie Kriege zwischen den Menschen, aber auch starke Ungleichgewichte in der sozialen Balance sowie extreme Ungleichgewichte in klimatischer Hinsicht.

Es sind disruptive Ereignisse, vergleichbar einem Vulkanausbruch, bei dem alle aufgestauten Kräfte mit einem Schlag ausbrechen. So war das vor 30 Jahren beim Fall der Mauer, die Ost und West voneinander trennte.

So waren auch der Erste und Zweite Weltkrieg disruptive Ereignisse, in der sich gewaltsam losbrach, was sich zuvor lange aufgestaut hatte.

Deswegen tut man Hitler zuviel der Ehre an, wenn man ihm die alleinige Schuld am Krieg in die Schuhe schiebt oder ihn gar als Genie verehrt.

Es ist kein Kunststück, auf den ersten Blick als Sieger vom Platz zu gehen, wenn man einfach alle anderen Mitspieler foult, verletzt oder gar tötet.

Das kann jeder.

Hitler war nur deswegen zuerst so erfolgreich, weil er einfach alle die bis dahin geltenden Regeln des Zusammenlebens in einem an Kulturen und Interessen überreichen Europa missachtete und verletzte und damit alle über’s Ohr haute.

Wenn man das als besonders clever ansehen will, zeugt das eher von der Beschränktheit des entsprechenden Betrachters.

Regeln sollen gemeinschaftsstiftend sein

Denn natürlich braucht es Regeln im Miteinander, damit die Gemeinschaft funktioniert. Und das tut sie in der Regel ja auch, solange keiner um die Ecke kommt, der die Regeln verletzt und damit das Gleichgewicht stört.

Regeln vereinbart man einvernehmlich, wie das im Sport ja auch der Fall ist.

Und dann hält man sich daran. Und wer sich nicht daran hält, wird eben angemessen sanktioniert.

Das sind diese berühmten GRUNDWERTE, von denen immer die Rede ist: Freiheit, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit, Gerechtigkeit.

Das sind die Fundamente einer jeden Gemeinschaft, egal ob groß oder klein.

Gleichzeitig wissen wir aus leidiger Erfahrung, dass es immer und ständig Leute gibt, die mehr als die anderen haben wollen oder denen alle Mittel recht sind, ihre persönlichen egoistischen Interessen zu verfolgen und zu befriedigen.

Dem muss die Gemeinschaft von vornherein Einhalt gebieten. Und wenn sich – wie in der Politik und Wirtschaft beispielsweise – eine Krake ausgebreitet hat, welche das eigene Wohl (der Elite) über das Gemeinwohl stellt, dann muss man eben diese Krake ausmerzen! Denn sie hat sich des Systems bemächtigt und droht, es ohne Rücksicht auf Verluste zu verschlingen.

Der eine oder andere mag das Große Fressen durch Zufall oder Geschicklichkeit überleben können. Aber was bleibt, ist doch ein großer Verlust, an dem letztlich selbst die Krake sterben wird. Denn es wird ihre Henkersmahlzeit gewesen sein…

Wie der Zweite Weltkrieg, der von Hitler auf Grundlage einer Rassenideologie angezettelt wurde, welche die realen Verhältnisse in Europa nicht akzeptieren wollte, wie sie seit jeher waren, nämlich eine Vielvölkerregion mit permanenten Bevölkerungsbewegungen. Der gewaltsame Versuch, eine Regel durchzusetzen, die mit der Realität nicht kompatibel war.

Europa war vom Anbeginn eine Region des Völkeraustauschs, weil es so viele verschiedene Stämme gab und der Kontinent barrierelos in das riesige Asien übergeht und auch Afrika und der Nahe Osten in Sichtweite.

Migration und internationalen Warenhandel gibt es in Europa/Asien/Afrika seit Jahrhunderten, gar Jahrtausenden! Die einzigen Barrieren stellte die Natur bereit, dank hoher Gebirge, tiefer Schluchten, offener Meere und dergleichen.

Bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges war es so, dass es keine Grenzen zwischen den Ländern gab und jeder reisen und bleiben konnte, wohin und wie lange er wollte!!

Kriege waren eher lokal und zeitlich befristet, bedrohten also die Bevölkerung nicht besonders. Jeder hatte sein Stück Land oder seinen Laden oder seine Werkstatt und ging gelassen seinem Tagwerk nach.

Der eine war etwas reicher oder ärmer als der andere. Aber im Grunde war für alle genug da und keiner musste deswegen mit jemandem in Streit geraten.

Und wenn es Streit gab, dann wurde er eben vor Gericht oder einem anderen unparteiischen Dritten geschlichtet.

Ganz einfach. Vor Ort. Direkt.

Es brauchte keine Volksgerichtshöfe oder Menschenrechtsorganisationen und was es da noch alles gibt.

Die Gemeinschaft vor Ort regelte alles Notwendige.

Erst das Nationbuilding sorgte für größere Probleme, die dann nur zwischen  den Staaten geregelt werden konnten. Und die Industrialisierung tat dann ein Übriges, um sich global auszubreiten und damit globale Probleme überhaupt erst zu schaffen.

Würde man Politik und Handel wieder mehr auf’s Lokale fokussieren – was der Klimawandel ohnehin erzwingt – , dann wären damit auch die globalen Probleme beseitigt. Was haben die USA in Israel zu suchen? Was hat Russland in Syrien zu schaffen? Was hat der Chinese in Afrika verloren, wo es vor Ort doch eigentlich genug zu tun gibt?

Es ist schön, dass wir uns heutzutage dank des Internets und des technologischen Fortschritts global vernetzen können. Aber müssen wir es auch materiell tun?

Wieso schaut nicht jeder vor Ort, vor seiner eigenen Haustür, was er dort tun kann? Da gibt es sicher genug zu tun!

Deswegen ist es so wichtig, alles nur erdenklich Mögliche für den Frieden in der Welt zu tun, koste es, was es wolle!

Die USA als Quell allen Übels… (ok, nicht allen)

Es liegt auf der Hand und ist offensichtlich, dass es nicht im Interesse der Allgemeinheit, der Menschheit, des Daseins ist, sich auf ein Markt- und Gesellschaftskonzept setzt, wonach man in imperialistischer Weise anderen Kulturen seine Regeln aufzwängen will und dabei auch vor Anwendung physischer Gewalt nicht zurückzuschrecken!

Alles soll nach meiner Regel laufen! Das ist doch der Ansatz, den nicht nur Donald Trump, sondern die USA als Ganzes seit Jahrzehnten verfolgen! Den USA ist der ungehinderte Zugang zu den Ressourcen der Welt und ihre Ausbeutung seit Jahrzehnten oberstes Leitprinzip, dem alles geopfert wird, Menschen, Kinder, Umwelt,…

In Europa ist für die USA nicht mehr viel zu holen. Schon der frühere US-Verteidigungsminister Rumsfeld sprach verächtlich vom „Alten Europa“, das als ständiger Bremser und Moralapostel den US-amerikanischen Expansionsdrang stört.

Trump ist doch die Verachtung ins Gesicht geschrieben, wenn er von Frankreichs Präsident Manuel Macron oder Deutschlands Bundeskanzlerin Merkel oder welchem Repräsentanten auch immer angesprochen wird. Er nimmt sie einfach nicht ernst. Sie sind ihm egal mit ihrer Meckerei und ihrem moralischem Zeigefinger! Trump interessiert sich nur für Big Business! Was ist der nächste BIG DEAL, den ich eintüte? Unterwerfe ich mir jetzt mal eben ganz China? Wo platzen wir als nächstes herein, um alles platt zu machen und dann wieder aufzubauen. Hat doch schon in Europa nach dem zweiten Weltkrieg super geklappt!! Aber Europa ist abgefrühstückt. Längst geht es um andere Regionen, rohstoffreiche Regionen.

Ein System, das in solch aggressiver Weise in andere eingreifen will, ist letztlich zum Scheitern verurteilt. Die Bibliotheken der Welt sind voll von entsprechenden Berichten der Zeitzeugen, welche den Untergang einst als unbesiegbar geltender Mächte beschreiben.

Das von Hitler und seinem Propaganda-Minister Goebbels ausgerufene „Tausendjährige Reich“ lag innerhalb von nur sechs Jahren komplett in Schutt und Asche!

Es ist daher nur eine Frage der Zeit, bis auch die USA zerstört am Boden liegen werden.

Wie ein blinder Elefant im Porzellanladen trampelt Trump alles nieder, was ihm in den Weg kommt. Mit dem einzigen Ziel, seine eigenen (und vermeintlich nationalen Interessen der USA) durchzusetzen!

Große Teile der gespaltenen Bevölkerung applaudieren ihm sogar noch dazu, seine republikanische Partei macht alles widerspruchslos mit. Und die Demokraten haben diese Wahlperiode offenbar schon abgehakt und bereiten sich lieber auf die Wahlen in 2020 vor, um eine weitere Amtszeit von Trump möglichst abzuwenden. Gegenwärtig stehen Trumps Karten innenpolitisch aber nicht einmal schlecht. Seinen Wähler stehen hinter ihm. Sie glauben immer noch – die herannahende Katastrophe ignorierend -, dass Trump als der große Sieger und Deal-Maker erstrahlt, der sich die ganze Welt untertan gemacht hat. AMERICA FIRST!!

So gesehen, sind die USA heute das Korrelat zum Hitler-Deutschland von 1939: Sie verfolgen eine rücksichtslose, egoistische, nationalistische Wirtschaftsideologie. Das ist Wirtschaftsfaschismus, der regungslos über Leichen geht. Und er hat viele viele Anhänger auf der ganzen Welt – nämlich gewisse „Eliten“, die Spitze des ökonomischen und politischen Eisbergs, die Superreichen und Großkonzerne.

Es macht unter’m Strich daher gar keinen so großen Unterscheid, ob Republikaner oder Demokraten im Kongress die Mehrheit haben und den Präsidenten stellen. Denn auch unter dem Strahlemann Obama und den Vorgängern nach dem Zweiten Weltkrieg gab es eine Grundtendenz, die sowohl wirtschaftlich als auch politisch auf weltweite Expansion ausgelegt war. Auch wenn Obama sympathischer rüberkommt als Trump, auch wenn Obama den Dialog sucht und sich für soziale und ethische Themen stark macht, haben die USA auch unter ihm Kriege geführt und ihre globalen Interessen mit ihrer überwältigenden Militärmacht und technologischen Stärke rücksichtslos durchgesetzt. Politiker sind in diesem Spiel mehr Getriebene der ökonomischen „Notwendigkeiten“ als Gestalter. Und da sie gegenüber dem machtvollen Kurs der globalen Wirtschaftspolitik im Grunde völlig machtlos sind, werden sie zu Erfüllungsgehilfen des „Systems“.

Der „American way of life“, das Gefühl, nicht nur materiell sondern deswegen auch moralisch anderen Ländern gegenüber überlegen zu sein, wurde für einen durchschnittlichen Nachkriegsamerikaner zu einer Selbstverständlichkeit. Der US-Amerikaner an sich hält sich für den anderen Völkern überlegen, was er in vieler Hinsicht ja auch durchaus ist.

Aber aus dieser Überlegenheit, aus dieser Macht entspringt Verantwortung!

Wie ein jeder Lehrer, ein jeder Vater, ein jeder Priester oder Chef seine Macht nicht dazu missbrauchen darf, andere auszunutzen und auszubeuten und zu missbrauchen.

Missbrauch ist der hässliche Bruder der Macht. Wo Macht herrscht, ist der Missbrauch nicht weit.

Macht gebiert Missbrauch. Sowohl in der Politik, der Wirtschaft wie im Privatleben. Je mehr Macht jemand hat, desto gefährdeter ist er, sie zu missbrauchen. Das belegen unzählige psychologische Studien, die berühmteste ist das Milgram-Experiment .

Der Mensch ist ein Abgrund. Die Beispiele in der Menschheitsgeschichte sind Legion, die belegen, wie grausam der Mensch sowohl gegenüber seinesgleichen als auch gegenüber allem und jedem sein kann. „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“ erkannte der Schriftsteller Bertold Brecht resigniert, nachdem er den Ersten Weltkrieg überlebt hatte.

Deswegen ist die Gewaltenteilung ja so extrem wichtig! Sie sorgt dafür, dass die Mächtigen kontrolliert und bei Bedarf sanktioniert werden.

Dass die Macht eben nicht nur auf einer Seite gebündelt wird, sondern gleichmäßig verteilt und aufmerksam kontrolliert wird. Damit die der Macht innewohnende Tendenz, sich immer weiter auszuweiten, in ihre Schranken gewiesen wird.

Es liegt im Interesse der Allgemeinheit, Macht nur unter Vorbehalt und befristet zu erteilen.

Dass Macht notwendig ist, um Dinge durchzusetzen, ist nicht aus der Welt zu schaffen. Am besten ist die Macht des Faktischen. Ich kann noch so viel mit den Armen schwingen: es wird kein Vogel draus!

Ich kann natürlich rücksichtslos gegenüber anderen auftreten, mir gewaltsam meinen Weg bahnen. Aber am Ende werde ich so viele gegen mich aufgebracht haben, dass sie sich gegen den Aggressor verbünden werden. Früher oder später.

Es führt also zu nichts, in egoistischer (nationalistischer) Weise nur seine persönlichen Interessen zu verfolgen.

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Er ist von anderen abhängig. Er braucht andere, um zu überleben ( es sei denn, er/sie lebt auf fruchtbarem Boden und kann sich weitgehend selbst versorgen, aber auch das ist allein kaum zu schaffen).

Geld mag ja eine schöne Sache sein. Aber wenn es niemanden gibt, der sich für dein Geld interessiert, dann helfen dir auch keine Millionen auf dem Konto. Auch das können Milliarden Menschen bezeugen, die wirtschaftlichen Krisen mit galoppierender Inflation (Geldentwertung) ausgesetzt waren und sind. Geldscheine sind auf einmal nicht mehr als das, was sie wirklich sind: bedrucktes Papier, mit dem sich nicht einmal ein längeres Feuer machen lässt.

SACHWERTE haben in solchen Zeiten Hochkonjunktur! Essen, Trinken, Kleidung und ein Dach über dem Kopf sind die wichtigsten überhaupt: Dinge, die uns überhaupt erstmal eine Überlebensgrundlage verschaffen!

Es ist also das grundlegende Fundament einer jeden (engeren wie größeren) Gemeinschaft, für diese Grundbedürfnisse zu sorgen, sie zu beschaffen, sie herzustellen. Mehr nicht. Alles, was darüber hinaus geht, ist Luxus.

„Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.“

Es muss also das Oberste Prinzip einer jeden Gemeinschaft sein, für diese Grundbedürfnisse zu sorgen, sie zu garantieren.

Unser Planet stellt die notwendigen Ressourcen dafür bereit. Man muss sie nur gleichmäßig und gerecht verteilen.

Denn heute leben wir in einer Welt, die klein und überschaubar geworden ist, dank des technologischen Fortschritts.

Wir wissen, dass unser Planet nur ein winziges Sandkörnchen in den unendlichen Weiten des Universums ist.

Wir wissen, dass unser Planet, dass unsere Ökosystem verletzlich ist und nach gewesen Regeln funktioniert. Dass wir unsere eigene Lebensgrundlage und die vieler anderer Arten (Tiere/Pflanzen) zerstören, wenn wir weiterhin so über unsere Verhältnisse leben, wie wir es seit Jahrzehnten tun.

Wir leben in einem globalen Wirtschaftssystem, welches den hemmungslosen Konsum, den finanziellen Reichtum zum Götzen, zum Goldenen Kalb erkoren hat, dem alles untergeordnet wird. (Die Bibel, besonders das Alte Testament, ist in dieser Hinsicht eine immer noch wertvolle Lektüre, unabhängig davon, ob man sie als das Wort Gottes anerkennt oder nicht. Sie ist voller Geschichten und Gleichnissen und Bildern, die sich nahtlos auf bekannte Situationen übertragen lassen.)

Wer sich dem Obersten Grundsatz unterwirft, dass nur der ein gutes Leben lebt, der reich und berühmt ist und möglichst viel besitzt und konsumiert, wird früher oder später feststellen, dass er damit am Ende wenig gewonnen hat. Denn Ruhm verblasst, Geld verpufft, und zu viel Besitz macht nicht glücklicher. Denn erstens fürchtet man ständig, ihn zu verlieren. Zweitens kann ich ja nicht mehr als ein Auto gleichzeitig fahren oder in zehn Villen gleichzeitig wohnen.

Die Grenzen des Wachstums liegen dort, wo er zum Selbstzweck verkommt und einen Überfluss produziert, der wie ein Müllberg rapide anwächst und uns am Ende darunter begräbt.

Genuss und Verzicht

Es braucht wenig, um glücklich zu sein. Diese beglückende Erkenntnis kam mir am eindrucksvollsten auf meinem Jakobsweg im Jahr 2000. Und blieb mir seitdem erhalten.

Man kann mit sehr wenig auskommen und trotzdem sehr glücklich sein, weil man sich in guter Gesellschaft befindet, wo einer dem anderen hilft. Und weil man merkt, dass alles, was zuviel ist, am Ende nur Ballast ist. Denn ich muss es ja in meinem Rucksack die ganze Zeit mit mir herumtragen. Und je schwerer er ist, desto anstrengender wird es.

Eine geradezu existenzialistische Grund-Erfahrung!

Und es ist erstaunlich, auf wie Vieles man verzichten kann. Und in diesem Verzicht öffnet sich der Blick für das Wesentliche.

Klar: essen, trinken, schlafen sind existenziell. Aber danach kommt schon der Blick auf die Landschaft, auf die Mitmenschen, auf die Freundschaft, auf den Frieden, auf das gesellige Miteinander, die Kultur. Auf die Gelassenheit und Aufmerksamkeit. Auf das Geschenk des Lebens. Auf das Geschenk unseres Planeten, seiner Vielfalt, seines unfassbaren Reichtums. Der uns nährt und stärkt, ohne etwas dafür zu verlangen. Außer dass wir ihn genau so bewahren und erhalten.

Im ureigenen Interesse.

Es gibt kein größeres Glück auf Erden, als mit sich und der Welt im Reinen zu sein.

Seinen positiven Beitrag zu leisten, dass es einem selbst und allen anderen auch gut geht. Etwas Produktives zu tun, und sei es noch so klein und scheinbar unwichtig.

Denn das Produktive, Konstruktive, kommt mit Zins und Zinseszins wieder zu dir zurück.

Die Natur belohnt es um ein Vielfaches, wenn wir sie gewähren lassen. Wir müssen sie hegen und pflegen. Denn abgesehen davon, dass sie uns ernährt,  bringt sie unsere Seele in Balance, wenn wir sie mit offenen Sinnen in ihrer unfassbaren Vielfalt bewundern und bestaunen.

Es ist uneingeschränkte Pflicht eines jeden heranwachsenden und erwachsenen Menschen, die Lebensgrundlage von uns allen zu bewahren und zu beschützen.

Und wenn wir das als das Oberste aller Prinzipien und Grundgesetze verankern, dann dient es als Richtschnur, um unser Handeln in jedem Einzelfall daraufhin abzuklopfen, ob es nachhaltig, ob es verantwortungsbewusst, ob es im Sinne und zum Wohle der Allgemeinheit ist.

Es ist der einzige Weg, mit dem das Leben der Menschheit und dieses Planeten erhalten werden kann.

Der Planet an sich wird es überleben und sich im Laufe der Äonen erneuern.

Aber für die Menschen und viele andere Lebewesen wäre und ist es bereits das Aus.

Extinction.

Das liegt ganz allein in der Hand der jetzt lebenden Generationen. In der Hand eines jeden Einzelnen in seinem privaten und gesellschaftlichen Umfeld.

Wenn alle sich diesem Grundsatz unterwerfen, kann die Menschheit nochmal die Kurve kriegen. Wenn nicht, dann eben nicht.

Das Universum wird davon kaum Notiz nehmen.

Auch Gott – sofern jemand an ihn glaubt – ist da völlig gleichgültig.

Er hat uns diese Chance gegeben und alles zur Verfügung gestellt, was wir dazu brauchen.

Wenn wir diese Chance nicht zu nutzen wissen, ist das unser Problem. Nicht seins.

Er hat noch unendlich viele andere Planeten und Sonnensysteme zur Verfügung, um seine Spielchen zu spielen.

Er hat im Gegensatz zu uns ja Zeit.

Wer nicht an Gott glaubt, hat ein umso größeres Interesse daran, zu Lebzeiten für möglichst paradiesische Zustände auf Erden sorgen. Denn er hat ja nur diese eine Erde zur Verfügung.

Es ist weit und breit kein Planet B in Sicht, auf den Teile der oder die Menschheit als solche ausweichen könnte.

Das ist die unumstößliche Wahrheit und Realität.

Machen wir also was draus! Ist echt nicht so schwer, man muss es einfach nur machen. Diesmal zur Abwechslung eben mal richtig.

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