Staatsanwaltschaft stoppt Bauarbeiten an WM-Stadion in Manaus

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Nach dem Tod von zwei Bauarbeitern innerhalb von weniger als 24 Stunden hat die brasilianische Staatsanwaltschaft die Dacharbeiten am WM-Stadion in Manaus mit sofortiger Wirkung untersagt. Sie dürfen erst wieder fortgesetzt werden, wenn die Erfüllung der Sicherheitsstandards für Arbeiten in der Höhe nachgewiesen ist.

Am frühen Samstagmorgen war ein 22-jährige Bauarbeiter vom Dach der Arena Amazônia 35 Meter in die Tiefe gestürzt und im Krankenhaus gestorben, wie estadao.com.br berichtet. Nach dem Kranunglück an der Arena Corinthians in São Paulo ist das schon der dritte Todesfall auf einer brasilianischen WM-Baustelle in weniger als drei Wochen.

Gestern Nachmittag starb in Manaus außerdem ein weiterer Bauarbeiter in der Nähe des Stadions an einem Herzinfarkt.

Die zuständige Staatsanwaltschaft (Ministério Público do Trabalho da 11.ª região) erließ am Samstag Nachmittag ein sofortiges Verbot aller Arbeiten am Stadion, die in der Höhe stattfinden. Es gilt so lange, bis per detailliertem Gutachten nachgewiesen ist, dass die Mindestanforderungen und die Sicherheitsvorkehrungen für die Arbeiten in der Höhe erfüllt werden. Bei Zuwiderhandlung droht ein Strafgeld von R$ 100.000 (gut € 31.000) pro Tag. Nun muss das Arbeitsgericht über den Fall befinden.

Bereits im Mai war auf derselben Baustelle ein Arbeiter ums Leben gekommen. Die Zahl der Todesfälle auf allen WM-Baustellen summieren sich damit auf fünf.

Die Arena Amazônia ist laut estadao.com.br zu knapp 93 Prozent fertig. Bis Jahresende soll sie fertig sein, was aber auch ohne das jüngste Unglück unwahrscheinlich ist. In der Hauptstadt des Amazonas-Bundesstaates sind vier WM-Partien vorgesehen, darunter der Klassiker England gegen Italien am 14. Juni 2014. Auch Deutschlands Gruppengegner USA und Portugal treffen hier am 22.06. aufeinander.

Das Stadion soll nach der Fertigstellung bis zu 44.000 Zuschauer fassen. Die Baukosten werden auf R$ 605 Mio. (€ 190 Mio.) veranschlagt.

Die Häufung von Unfällen in jüngster Zeit könnten Folge des enormen Zeitdruckes sein, unter dem die Bauarbeiten stehen. Denn keines der sechs verbliebenen von insgesamt zwölf WM-Stadien befindet sich im Zeitplan. Die FIFA verlangt die Fertigstellung bis Jahresende, um die notwendigen Testveranstaltungen wie geplant durchführen zu können.

Am weitesten fortgeschritten sind die Arbeiten an der Arena das Dunas in Natal, die laut portal2014 zu 94 Prozent abgeschlossen sind. Bis Jahresende soll das Stadion dem Bericht zufolge schlüsselfertig sein.

Schweres Unglück auf WM-Baustelle in São Paulo

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