Recife sagt FIFA Fan Fest ab

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Am 26. Juni steht in der brasilianischen Stadt Recife (Pernambuco) das WM-Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft  gegen Jürgens Klinsmanns US-Auswahl an. Doch alle, die kein Ticket für’s Stadion haben und trotzdem das Spiel vor Ort erleben wollen, dürften nach jetzigem Stand der Dinge in die Röhre schauen. Die Stadt hat das für die Zeit der WM geplante FIFA Fan Fest auf der Praça Zero abgesagt.

Begründet wird das mit den hohen Investitionskosten von 20 Mio. Reais (ca. € 6 Mio.), die aus öffentlichen Mitteln bereitgestellt werden müssten.

„Recife steht voll und ganz hinter der WM und ist bereit zu helfen, soweit es geht. Aber wir haben über das Fan Fest nochmal nachgedacht und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir die Kosten allein nicht tragen können“, sagte der Sportsekretär der Stadt, George Braga, auf einer Pressekonferenz. „Jetzt warten wir auf andere Vorschläge der FIFA.“

Bei der Stadtverwaltung gibt es Überlegungen, das FIFA Fan Fest an einen kleineren Ort zu verlegen (Praça do Arsenal oder Cais da Alfândega) und von 30 auf 17 Tage zu verkürzen, um damit Kosten zu sparen.

Der Weltfussballverband wurde laut dem Bericht des Diario de Pernambuco per Telefon über den Entschluss der Stadtverwaltung informiert und fühlt sich überrumpelt. In einem Statement der FIFA heisst es:

„Wir sind sehr überrascht über die Nachricht von der Entscheidung Recifes über die Organisation des FIFA Fan Festes. (…) Während der Planung in den letzten drei Jahren hatten wir niemals den geringsten Zweifel am Verantwortungsbewusstsein von Recife, ein erfolgreiches FIFA Fan Fest zu realisieren. Wir finden es sehr bedauerlich, wenn die lokale Bevölkerung die Gelegenheit verliert, am WM-Erlebnis teilzuhaben, vor allem jene, die keine Eintrittskarten für die Spiele haben. (…) Das FIFA Fan Fest ist ein wesentlicher Bestandteil der WM, indem es den lokalen Fans die Gelegenheit gibt, das einzigartige Erlebnis der WM in einem sicheren und lebendigen Ambiente zu erleben, ohne dafür Eintritt bezahlen zu müssen.“

Die FIFA versichert in dem Schreiben, mit allen WM-Austragungsorten eng zusammenzuarbeiten, um die Kosten so gering wie möglich zu halten und bietet wesentliche finanzielle Unterstützung an, vor allem in Bezug auf die Ausrüstung wie Bühnen, Bildschirme, Licht und Sound.

Ex-Weltfussballer Romário, seit 2011 Abgeordneter im Nationalkongress und vehementer Kritiker der WM in Brasilien, begrüsste dagegen die Entscheidung der Stadt. Auf seiner Facebook-Seite kommentierte er:

„Ein gutes Beispiel einer Stadt, die endlich aufwacht wegen der horrenden Kosten für die WM 2014.“

Über 11.000 „likes“ hat er zur Stunde dafür bekommen, über 5.700 Mal wurde sein Post geteilt, die über 700 Kommentare sind überwiegend zustimmend.

Nun war es aber gerade Romário, der sich stets darüber beklagte, dass die WM zwar in Brasilien stattfinde, aber nicht für die Brasilianer sei (was schon in sich ein Missverständnis ist).

Ohne Fan Fest ist sie es aber noch viel weniger.

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3 Gedanken zu „Recife sagt FIFA Fan Fest ab“

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