Paulo Coelho und sein „In Accra gefundenes Manuskript“

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Habe gestern das neueste Werk des brasilianischen Erfolgsautors Paulo Coelho im Original gelesen: Manuscrito encontrado em Accra. Ein großartiges Buch, das voller Weisheit und Magie steckt. Die deutsche Übersetzung des Werkes wird laut einem Post von Coelho auf seiner Facebook-Seite zum Buch im April 2013 erscheinen.

Da ich dem in den Sozialen Netzwerken sehr aktiven Paulo Coelho schon seit einiger Zeit via Twitter folge, wurde ich auf das Werk schon aufmerksam, bevor es am 25. Juli veröffentlicht wurde, auf den Tag genau 25 Jahre nach Erscheinen seines ersten Welterfolges Auf dem Jakobsweg – Tagebuch einer Pilgerreise nach Santiago de Compostela.

Denn immer wieder twitterte der erfolgreichste Autor Brasiliens für seine inzwischen über 5,7 Mio. Follower Sinnsprüche und Weisheiten aus dem Buch. Da er auch begeisterte Reaktionen zahlreicher Erstleser re-tweetete und auch auf seinen Facebook-Seiten dokumentierte, konnte ich schließlich nicht mehr an mich halten und kaufte das Buch.

Eine gute Investition. Paulo Coelhos In Accra gefundenes Manuskript ist eine Schatztruhe voller Weisheit und Erkenntnis, ein Buch, das als wertvoller Lebensratgeber taugt, besonders für jene, die sich vielleicht gerade in einer Lebenskrise befinden oder an sich und dem weiteren Lebensweg zweifeln – und welcher ernsthafte Mensch tut das nicht, wenigstens gelegentlich? Es ist also ein Buch für jedermann.

Einfach, schlicht und verständlich geschrieben, jeder Satz von großer Würde und Wahrhaftigkeit, wie in Stein gemeißelt.

Das Vorwort und der Klappentext möchten uns glauben machen, dass Coelho nicht mehr tat, als ein auf das Jahr 1307 datiertes und 1974 von einem britischen Archäologen gefundenes Pergament zu transkribieren. Dieses „im alt-ägyptischen Accra“ gefundene Manuskript wird von Coelho in die Nähe der frühchristlichen Nag-Hammadi-Schriften gestellt, gehört demnach also zu jenen zahlreichen schriftlichen Zeugnissen, die keinen Eingang in den biblischen Kanon gefunden haben.

Was an dieser Geschichte Fakt, was daran Fiktion ist, das lässt Coelho in der ihm eigenen Art im Ungewissen, Geheimnisvollen. Aber sie verleiht dem Text eine verheißungsvolle Aura, gewissermaßen so etwas wie das Wort Gottes zu sein, besonders wahrhaftig, ewig gültig.

Innerhalb von zwei Wochen soll Coelho den Text niedergeschrieben haben, selbst zwischen Leben und Tod stehend, nachdem er eine Herzattacke erlitten hatte.

Das Manuskript versetzt uns nach Jerusalem. Es ist der 14. Juli 1099. Die Kreuzritter stehen vor den Mauern der heiligen Stadt dreier Weltreligionen, um sie am nächsten Tag einzunehmen. Es herrscht helle Aufregung, Sorge, Angst.

Da versammelt ein merkwürdiger Grieche, den alle nur als „Der Kopte“ kennen, Männer und Frauen jeglichen Alters und Glaubens um sich. Und spricht. Und beantwortet ihre sorgenvollen, zweifelnden Fragen. Über die drohende Niederlage. Über die Einsamkeit. Das Gefühl der Nutzlosigkeit. Die Angst vor der Veränderung. Die Ziellosigkeit. Über die Schönheit. Die Liebe. Den Sex. Die Treue. Über Wunder. Den Glauben. Gott.

Dann fallen Sätze, die manche Feuilletonisten gerne als triviale Lebensweisheiten abqualifizieren wollen, weil sie selbst ja so ungeheuer intellektuell, gebildet und auf höchstem Niveau daherparlieren können.

Doch die profunden Wahrheiten des Lebens sind eben gar nicht so kompliziert. Sie sind sogar völlig simpel und verstehen sich praktisch von selbst. Eigentlich kennt sie auch jeder. Nur ihnen zu folgen, das scheint so unglaublich schwer zu sein.

Respekt vor der Schöpfung und dem anderen haben. Sich selbst treu bleiben. Seinen Weg gehen, wenn er auch noch so beschwerlich ist. Lieben, achten, verstehen.

Das Buch von Paulo Coelho ist eine Ermutigung. Für die Zaghaften und Zweifelnden genauso wie für die Mutigen und Starken.

Paulo Coelho und sein In Accra gefundenes Manuskript

Mein Jakobsweg

5 Gedanken zu „Paulo Coelho und sein „In Accra gefundenes Manuskript““

  1. Ich habe zwei Seiten aus dem Buch in’s Deutsche übersetzt und hätte sie gern hier in meinem Blog veröffentlicht. Leider hat der Schweizer Diogenes-Verlag, der die deutschsprachigen Rechte an Paulo Coelhos Werk hält, die Genehmigung dazu verweigert. Das Buch wird laut Verlag im Frühjahr 2013 unter dem Titel „Die Schriften von Accra“ erscheinen.

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