Neujahrsgrüße aus Brasilien

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Von wegen Finale! Jetzt geht’s erst richtig los! Sende euch die besten Wünsche aus Brasilien, wo ich mich seit dem 12. Dezember befinde – mit offenem Ende. Bin gekommen, um mir einen Lebenstraum zu erfüllen und das Abenteuer meines Lebens zu unternehmen.

Befinde mich seit meiner Ankunft in Belo Horizonte („Schöner Horizont“),  der Hauptstadt des Bundesstaates Minas Gerais, wo ich am 12. Dezember via TAP Portugal gelandet bin.

Ich wohne in einem schönen Haus mit Dachterrasse auf einem hohen Hügel im Viertel Tupí und habe einen tollen Blick auf das Stadtpanorama von Belo Horizonte.

Nicht zuletzt wegen der Feiertage ziehen sich meine bürokratischen Dinge länger hin als erhofft. Bevor ich hier richtig loslegen kann, brauche ich eine Daueraufenthaltsgenehmigung (permanência), die ich aufgrund meiner beiden Kinder mit brasilianischer Staatsangehörigkeit beantragen kann. Aber wie gesagt: das zieht sich länger hin als erwartet. Das verschafft mir immerhin die Gelegenheit, mehrtägige Exkursionen ins Umland zu unternehmen. Ich war in Nova Viçosa (Bahia) am Meer (ca. 700 km entfernt) und bei Mateus Leme auf einer Fazenda (Bauernhof) auf dem Land, ca. 70 km entfernt.

Nach einem extrem regnerischen Start ist es inzwischen sehr heiß, in Belo ist es kaum auszuhalten. Hier sind jetzt Sommerferien. Jeder, der kann, ist auf’s Land oder an’s Meer gereist. Ich würde jetzt auch nichts lieber tun als das! Doch zuerst muss ich meine Dinge voranbringen.

Besuch von Freunden aus Berlin

Morgen erwarte ich ein sehr gut befreundetes, deutsch-brasilianisches Ehepaar aus Berlin hier in Belo Horizonte, das gerade für drei Wochen Urlaub in Brasilien macht. Ich hatte das Paar Mitte Dezember bereits am Flughafen in Empfang genommen, um es bei seiner Ankunft zu unterstützen.

Obwohl sie Brasilien kennen und die Frau sogar Brasilianerin ist, sind sie noch nie in Belo Horizonte gelandet, um dort einen vorab reservierten Mietwagen abzuholen. Früher waren sie mit dem Taxi zum Busbahnhof ins ca. 80 km entfernte Zentrum gefahren, hatten dort ein Busticket gelöst, um mitsamt dem großen Gepäck mehrere Stunden bis ins ca. 350 km entfernte Teófilo Otoni zu fahren, einer für ihre Edelsteine bekannten Stadt, wo die Familie der Frau lebt. Das ist eine ziemliche Tortur, selbst für Leute, die wissen, wie es geht. Wenn man kein Portugiesisch spricht, ist das noch viel komplizierter! Die Brasilianer sind zwar unheimlich hilfsbereit und freundlich, aber man findet kaum welche, die eine Fremdsprache sprechen, Deutsch schon gar nicht.

Angst vor Kriminalität

Viele Menschen, die noch nie in Brasilien waren, haben auch Angst, gleich am Flughafen an die falschen Leute zu geraten und ausgeraubt zu werden. Sowas ist vor allem in Rio de Janeiro tatsächlich auch schon ein paar Mal passiert. Trotzdem ist das nicht sehr wahrscheinlich. Die Polizei in Brasilien ist an solch wichtigen Punkten wie internationalen Flughäfen sehr wachsam. Sie kennt jedes Gesicht, das hier hingehört und welches nicht. Diebe und Betrüger haben wenig Aussicht auf Erfolg. Insofern kann man eigentlich ganz entspannt sein.

Trotzdem fühlt man sich beim ersten Mal etwas irritiert, wenn man mit dem Flugzeug gewissermaßen wie mit einer Zeitmaschine in einem fremden, ganz anderen Land wie Brasilien landet. Dieses ganze Leben und Treiben in Brasilien ist eine neue Erfahrung, die wir aus Deutschland in dieser Art nicht kennen, eher noch im Süden Europas, in Spanien, Italien, Griechenland. Hier in Brasilien ist es nochmal ’ne Ecke lebendiger. Brasilien ist ganz anders als Deutschland.

Brasilien ist auch wirklich weit weg. Man braucht mindestens 12 Stunden, um von Deutschland mit dem Flugzeug in eine Großstadt Brasiliens zu kommen. Mit dem Schiff dauert es auch heute noch zwei bis vier Wochen, je nach Zielort. Die Küste Brasiliens ist sehr sehr lang, sie hat insgesamt eine Länge von ca. 7500 Kilometern! Wenn man dann von den Küsten aus ins Landesinnere fährt oder fliegt, ist das Land wiederum sehr riesig. Über 4000 Kilometer legt man zurück, um von der Küste zur Grenze zum nächsten Nachbarland zu kommen! Brasilien rangiert auf der Liste der größten Länder der Erde auf Platz 5. Es ist 24 mal größer als Deutschland.

Porto Seguro – wo Brasilien entdeckt wurde

Im Jahr 1500 entdeckte der portugiesische Seefahrer Pedro Álvares Cabral nach wochenlanger Segelschifffahrt eine bis dahin in Europa unbekannte Küste. Er landete in der Nähe des heutigen Porto Seguro, was soviel wie „Sicherer Hafen“ bedeutet. Heute ist Porto Seguro ein pulsierendes Touristenzentrum mit tollen Stränden und vielen Angeboten, sich die Zeit zu vertreiben. Porto Seguro ist bei Brasilianern sehr beliebt, auch Touristen aus anderen Ländern kommen hier her, viele sind sogar geblieben. Während der Fussball-WM 2014 in Brasilien hat die deutsche Nationalmannschaft in der Nähe ihr WM-Quartier aufgeschlagen. Hier ist immer Sommer. Hier kann man immer an den Strand. Das Leben ist sehr entspannt und sicher. Porto Seguro gehört zu meinen Lieblingsgegenden in Brasilien. Ich kann mir gut vorstellen, dort zu leben und zu arbeiten.

Genau dort haben meine Freunde aus Berlin gerade ein paar Tage Urlaub gemacht. Jedes Mal, wenn sie in Brasilien sind (mindestens einmal alle zwei Jahre), verbringen sie dort ein paar Tage.

Morgen werde ich sie also wiedersehen. Ich habe sie auch zwischendrin einmal getroffen, als ich auf dem Rückweg von der Küstenstadt Nova Viçosa einen Zwischenhalt in Teófilo Otoni gemacht habe, wo ich auch viele Freunde und Verwandte habe. Es war sehr lustig, so gute Freunde aus Deutschland in Brasilien zu treffen. Wir haben viel Spaß miteinander gehabt!

Am Donnerstag fliegen sie mit der TAP Portugal über Portugals Hauptstadt Lissabon zurück nach Berlin. Das wird ein trauriger Abschied! Aber ich weiß, dass sie wiederkommen werden. Sie tragen sich auch schon länger mit dem Gedanken, nach Brasilien auszuwandern.

Für die meisten Deutschen oder Ausländer würde das wohl gar nicht in Frage kommen. Man muss schon das Land und seine Menschen gut kennen, wenn man hier etwas erreichen will. Auf der anderen Seite gibt es hier vieles, was man noch tun kann, um das Leben noch lebenswerter zu machen, als es eh schon ist, allein schon wegen der tollen Natur und der Lebensart.

Brasilien – ein tolles Urlaubsland

Als Urlaubsland ist Brasilien eine Wucht, die dich buchstäblich umhaut! Es gibt so tolle Orte und Landschaften, dass man es mit Worten kaum beschreiben kann. Brasilien kann regelrecht süchtig machen! Einmal hier gewesen, und du willst so bald wie möglich wieder hin bzw. gar nicht mehr zurück. Mir ist das so passiert. Habe dann ja sogar eine Brasilianerin geheiratet, mit der ich zwei Kinder habe. Nur, dass sie (noch) lieber in Deutschland leben.

Auch oder gerade jetzt, wo sich Brasilien aus wirtschaftlicher Sicht in einer tiefen Krise befindet, ist es eine Reise wert. Da ich seit Jahren nach Brasilien reise, spüre ich durchaus auch einen Unterschied zu vorher. Auf der anderen Seite erlebe ich, dass auch in ärmeren Häusern immer noch genügend Essen auf dem Tisch steht. Die meisten Leute, die ich kenne und bei denen ich ein und aus gehe, sind nicht reich, kommen aber gut über die Runden. Und vom Feiern hat sich noch kein Brasilianer abhalten lassen, selbst, wenn er keinen Cent in der Tasche hat!

Ich bin gespannt, was die Zeit bringen wird. Ich bin auch sehr zuversichtlich, dass nicht einer meiner Tage hier vergeudete Zeit sein wird! Das war noch nie so in Brasilien und das wird auch nie so sein. Selbst wenn ich in absehbarer Zeit doch wieder nach Deutschland zurückkommen sollte.

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