Neues aus Brasilien

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In den letzten 24 Stunden hat es so viele erwähnenswerte Neuigkeiten aus Brasilien gegeben, dass ich sie diesmal in Form eines Nachrichtenüberblicks präsentieren will.

Google startet Street View-Aufnahmen im Amazonas

Wie Google bereits am Mittwoch in seinem Blog mitteilte, sind zur Zeit Mitarbeiter vor Ort, um Aufnahmen vom Fluss, Urwald und angrenzenden Siedlungen zu machen. Google arbeitet dabei eng mit der ortsansässigen Naturschutz-Organisation FAS zusammen. Mitarbeiter dieser Non-Profit-Organisation werden in der Street-View-Technik geschult, um die Arbeit vor Ort fortzusetzen. Die 360-Grad-Kameras werden sowohl auf Booten installiert, die den Fluss entlang schippern, als auch auf großen Dreirädern, welche die unbefestigten Uferwege und Dorfstraßen entlang fahren. In einer ersten Phase des Projektes wird ein 50 km langer Küstenstreifen des Rio Negro aufgenommen, der sich von Tumbira bis Terra Preta erstreckt. Ende des Jahres sollen die ersten Bilder weltweit online verfügbar sein.

Mode-Imperium ZARA der Sklavenarbeit bezichtigt

Reporter des TV-Magazins A Liga berichteten von sklavenartigen Arbeitsbedingungen in 30 brasilianischen Fabriken, die für die spanische Mode-Marke Zara produzieren. Demnach leben und arbeiten die bolivianischen Arbeiter unter unerträglichen Bedingungen. Die Arbeiter verdienten gerade mal 900 Real (€394) im Monat bei Arbeitsschichten, die nicht unter 12 Stunden lägen. Für eine Jeans, die in Brasilien für 200 Real (€87) verkauft werde, betrügen die Arbeitskosten gerade mal 1,80 Real, also nicht einmal 1 Euro, erzählte ein Arbeiter dem Reporter.

Facebook-Seite von ZARA mit Protesten gegen SklavenarbeitKurz nach Ausstrahlung der Reportage wurde die Facebook-Seite von Zara mit Negativ-Kommentaren bestürmt.

Das Unternehmen hat laut Forbes auf die Vorwürfe reagiert. Die geschilderten Arbeitsbedingungen stellten einen „schweren Bruch mit dem Verhaltenskodex für externe Hersteller und Betriebe“ dar. Alle Fabriken, die unautorisiertes Outsourcing betrieben hätten seien angewiesen worden, die Bedingungen für die Arbeiter sofort dem Verhaltenskodex anzupassen.“Die Inditex Gruppe wird zusammen mit dem Brasilianischen Arbeitsministerium die Kontrolle über die Zulieferer im Land erhöhen um sicherzustellen, dass solche Fälle nicht wieder vorkommen“, zitiert Forbes den Mutterkonzern von Zara.

Unchristlicher Streit um Christus-Statue

Franzosen und Brasilianer streiten darum, wem der berühmte Cristo Redentor in Rio de Janeiro gehört. Ort des Disputes ist der 11. Weltkongress des Art Déco in Copacabana, berichtet O Globo. Die Erben des französischen Bildhauers Paul Landowski wollen dort ein Dokument vorlegen, das belegen soll, dass Landowski der Alleinverantwortliche für den Bau der Christus-Statue war. Auf der Gegenseite steht Bel Noronha, die Urenkelin des Brasilianers Heitor da Silva Costa. Der Ingenieur hatte die Bauaufsicht über das Projekt. Laut Urenkelin hat er die Statue aber auch konzipiert und Landowski beautragt, ein Modell der Statue zu erstellen sowie Kopf und Hände zu modellieren. Die Urenkelin erklärte gegenüber O Globo, notfalls auch vor Gericht für die Urheberrechte zu streiten.

Bauarbeiter bestreiken Maracanã-Stadion

Seit Mittwoch stehen die Bauarbeiten am berühmten Maracanã-Stadion in Rio still. Die laut Gewerkschaftsangaben 2000 Arbeiter fordern unter anderem Krankenschutz und Lebensmittelgutscheine im Wert von 300 statt 100 Real im Monat.

Auslöser war eine Explosion während der Bauarbeiten am vergangenen Dienstag, bei der ein Arbeiter schwer verletzt wurde. Mangels Krankenversicherung sei der Arbeiter im Krankenhaus nur unzureichend behandelt worden, berichtet das Portal 2014. Die Arbeitgeber bestreiten das.

Verhandlungen mit den Arbeitgebern am gestrigen Donnerstag haben in Sachen Krankenschutz zwar einen Durchbruch gebracht, die angebotene Erhöhung des Warenkorbs um 10 Real wurde von der Gewerkschaft jedoch als zu niedrig abgewiesen, berichtet G1.Globo.com heute. Daher soll der Streik fortgesetzt werden.

Romário würde São Paulo WM-Eröffnungsfeier entziehen

Ex-Weltfussballer und Politiker Romário legt sich weiter mit den WM-Organisatoren an. Wenn es nach ihm ginge, dann müsste São Paulo als Austragungsort für die Eröffnungsfeier der Fussball-WM 2014 von der Liste gestrichen werden, sagte der Ex-Nationalspieler gegenüber Globoesporte. Während in anderen Austragungsorten die Arbeiten längst begonnen hätten, sei in São Paulo noch gar nichts passiert, was von einem Mangel an Verantwortungsgefühl zeuge.

Romários Kritik richtet sich vor allem auf die katastrophalen Verkehrsbedingungen in der Metropole mit ihren Dauerstaus. Zwar seien von Land und Stadt Investitionen in Höhe von R$ 450 Millionen angekündigt worden, doch bis heute liege nicht einmal eine Präsentation der Basis-Projekte vor, kritisierte Romário laut Portal 2014.

Regelmäßige Brasilien-Updates

Wer Interesse an regelmäßigen Brasilien-Updates hat, dem empfehle ich, mir auf Twitter zu folgen (http://twitter.com/parabenstv). Dort retweete ich im Wesentlichen Neuigkeiten zur Brasilianischen Wirtschaft und zu den Vorbereitungen der Fussball-WM 2014. Da ich überwiegend brasilianische Medien auswerte, empfehlen sich allerdings Portugiesisch-Kenntnisse.

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7 Gedanken zu „Neues aus Brasilien“

  1. Am heutigen Montag (22.08.) sind die Arbeiter nach fünftägigem Streik wieder auf die Maracana-Baustelle zurückgekehrt. Man hat sich mit den Arbeitgebern auf neue Konditionen geeinigt, die sind zur Stunde aber noch nicht bekannt.

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