Gott – das Naturgesetz, das Unabwendbare

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Ich weiß. In Deutschland und speziell in Berlin und dem Osten des Landes weckt dieser Begriff „Gott“ sofort Aversionen und Abwehrreflexe. Die Gegner assoziieren sofort Katholische Kirche und sexuellen Missbrauch und gewalttätige Missionierung und Hexenverbrennung und was noch alles Furchtbares, was in der Menschheitsgeschichte im Namen Gottes und Christi verbrochen wurde. Überhaupt ist die Welt ja offenbar so schlecht, dass allein das die Existenz eines Guten, Gnädigen Gottes zu widerlegen scheint.

Ein uraltes theologisches Problem. Namhafteste Geister, Denker, Philosophen, Poeten haben sich darüber schon den Kopf zerbrochen.

Am Ende hat aber keiner der Weisheit letzten Schluss gefunden und weder die Existenz noch die Nicht-Existenz Gottes beweisen können. Weil es zum allerletzten Schluss eine Glaubensfrage bleibt. Es gibt keine Gewissheit.

Das ist meiner Ansicht nach auch der Witz an der ganzen Sache. Gott ist ein Joker mit großem Sinn für Humor und er hat es genau so gewollt, dass der Menschheitsdrang nach Wissen und Gewissheit an seine Grenzen stößt.

Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen. (Ludwig Wittgenstein, Tractatus logico-philosophicus, 1921)

Als vermutlich einziges Lebewesen auf diesem Planeten (oder gar des Universums?) mit einem Bewusstsein seiner selbst ausgestattet, kommen wir nach allem Grübeln, Beobachten und Denken trotz allen Bemühens nicht zu einer endgültigen, eindeutigen, zweifelsfreien Antwort!

Also muss jeder am Ende ganz für sich alleine entscheiden, auf welche Seite er sich schlägt.

Ich gehöre ganz klar und eindeutig auf die Seite derjenigen, die an Gott und das Gute glauben, wobei meine Gottesvorstellung nicht mit dem gleichzusetzen ist, was die alt- und neutestamentarischen Kirchen propagieren (wenngleich ich davon geprägt bin).

GOTT ist für mich nichts anderes als ein Wort, ein Begriff, ein Platzhalter für Alles Mögliche: Master of the Universe; der Große Schöpfergeist; Die Macht, die über uns steht; das Schicksal, die Vorsehung; das Naturgesetz; die Energie; das Sein als solches. ER/ES steht für das Fassbare wie das Unfassbare, was sich innerhalb wie außerhalb unserer Vorstellungskraft befindet.

Für mich ist Gott selbstverständlich allmächtig und allwissend, das versteht sich von ganz allein aus der Bedeutung des Wortes. GOTT muss etwas Einzigartiges sein, etwas Überdimensioniertes, Perfektes, Vollendetes. (Sprachlich bewegen wir uns dabei im Kreis, weil damit nichts über die Wirklichkeit ausgesagt ist.)

Aber Fakt ist ja, dass wir alle ab unserer biologischen Zeugung und Geburt eine bestimmte Welt vorfinden, die wir jeden Tag versuchen, besser zu verstehen, um uns in ihr zurechtzufinden.

Diese Welt ist einerseits das Ergebnis einer langen biologischen und zivilisatorischen Vor-Geschichte, andererseits funktioniert sie offenbar nach bestimmten Gesetzmäßigkeiten, die nicht vom Menschen erschaffen wurden, sondern die von vornherein gegeben sind.

Das ist es, was ich ganz wertneutral „GOTT“ nenne: Es ist das unveränderliche Naturgesetz, das vom Urknall an (oder gar schon zuvor) mit dem allerersten Samenkorn gesetzt war. Es kennt kein gut oder böse, es ist wertfrei.

Es kennt nur was (möglich) ist und was nicht.

Das Universum allein sprengt ja schon unsere Vorstellungskraft. Und DAS GÖTTLICHE muss ja noch größer sein als das! Wer weiß: Gibt es vielleicht sogar noch andere Universen?

Wie auch immer: allein das, was wir inzwischen über uns, unseren Planeten und das Universum wissen, ist so unfassbar groß, vielseitig, beeindruckend und bewundernswert oder auch erschreckend, dass es demütig und sprachlos macht.

Nimmt man gewissermaßen diese Perspektive ein, die ein „Gott“ auf uns hätte, wenn es ihn denn gäbe oder gibt, dann sind wir Einzelwesen doch nichts mehr als nahezu unsichtbare Sandkörnchen im ewigen Wechsel der Gezeiten. Das ist Tatsache. Das ist Fakt und keine Glaubensfrage.

Der Mensch ist womöglich tatsächlich gewissermaßen sowas wie die Krone der Schöpfung, denn kein Lebewesen – zumindest auf diesem Planeten – hat es zu einer solchen Meisterschaft gebracht wie der Mensch. Und das in einer verhältnismäßig kurzen Zeit, wenn  man es im Verhältnis zum Alter der Menschheit, des Planeten und des Universums stellt.

Darauf darf die Menschheit als Ganzes durchaus stolz sein, wenngleich es im Wesentlichen das Werk einiger weniger herausragender Persönlichkeiten ist, die aus der Masse der Menschheit herausgeragt haben und/oder herausragen.

Jeder x-beliebige Mensch hat also keinerlei Berechtigung, sich selbst anerkennend auf die Schulter zu klopfen, nur weil er als Mensch auf die Welt gekommen ist. Und sich etwas darauf einzubilden, dass man weiß oder schwarz, Mann oder Frau, hetero oder homo oder sonst etwas ist, ist völlig irrelevant. Angeborene Eigenschaften und Fähigkeiten sind einfach nur gegeben, geschenkt und stellen keinen Wert an sich dar.

Wertvoll ist, was du daraus machst! Wie du mit den Gegebenheiten umgehst, wie du dich damit arrangierst, wie du dich einerseits anpasst und andererseits anfängst, deine Umgebung zu verändern.

Hier kommst du selbst ins Spiel: Das ist der Moment, wo du dich entscheidest. Wo du zwischen mehreren Möglichkeiten wählst, die über deinen weiteren Lebensweg entscheiden.

Das Leben ist am Ende die Abfolge der Prioritäten, die du dir im Laufe der Zeit gesetzt hast. Erst am Ende weißt du wirklich, wer du bist. Und wenn du die falschen Prioritäten wählst, kann das Leben ganz schnell schief laufen und sogar vorzeitig enden.

Tiere entscheiden aus dem Bauch heraus und denken im Gegensatz zu uns Menschen nicht lange nach.

Unser Verstand ermöglicht es uns dagegen, die Dinge besser zu durchschauen, zu begreifen, vorherzusehen und daher komplexere Entscheidungen zu treffen, die sich nicht allein auf Futtersuche, Schlafplatz und Fortpflanzung beschränken (wenngleich im übertragenen Sinne dies letztendlich auch der primitive Zweck allen menschlichen Tuns ist).

Unser menschlicher Verstand ist per se so geprägt, dass wir dialektisch denken, in Gegensätzen: gut – schlecht, richtig – falsch, schwarz – weiß, heiß – kalt etc.

Deswegen fühlen wir uns in allem Denken und Handeln ja auch immer so hin- und hergerissen zwischen diesen beiden Polen: Soll ich dies oder jenes machen? Ja oder Nein?

Unsere artifizielle digitale Welt ist in dieser Hinsicht noch simpler gestrickt als wir, nämlich konsequent binär. Es gibt bekanntermaßen nur 0 oder 1.

Als Menschen wissen wir natürlich, dass es zwischen den jeweiligen Gegenpolen noch viele Zwischentöne gibt und eben nicht alles Schwarz-Weiß ist. An dieser Fähigkeit zur Differenzierung scheiden sich die Geister, da trennt sich die Spreu vom Weizen.

Wer nicht differenzieren kann und alles immer nur durch dieselbe Brille betrachtet, ist definitiv primitiver als jemand, der auch in kleinsten Details zu unterscheiden vermag, so wie ein Komponist großer Symphonien.

Die Fähigkeit, Vielfalt zu erkennen, zu respektieren, zu bewundern und zu befördern ist die höchste Daseinsform des Menschen!

TOLERANZ! Offenheit!

Das Gegenteil sind Intoleranz und Ignoranz.

Ignoranz, bewusste oder unbewusste Ablehnung und/oder Negierung des Faktischen, straft sich zwangsläufig ganz von selbst. Wer zum Beispiel die Schwerkraft ignoriert und aus dem Fenster springt in der Erwartung, nun zum Fliegen ansetzen zu können, wird unweigerlich auf dem Boden der Tatsachen zerschmettern.

Um Ignoranten zerbreche ich mir daher nicht weiter den Kopf. Ich ignoriere sie weitestgehend und helfe damit, die Stunde der Wahrheit für den Ignoranten schneller herbeizuführen. Ignoranz straft sich selbst.

Das ist genau der Fall am Beispiel der Klimadebatte.

Die Fakten liegen seit Jahrzehnten auf dem Tisch. Sie sind nicht zu übersehen und nicht zu leugnen, wenn man bei Verstand ist.

Wer seine Augen trotzdem davor verschließt, hat entweder eine gestörte Wahrnehmung oder er will bewusst den anderen schaden, sie täuschen  und/oder sich einen unberechtigten Vorteil verschaffen.

Und da es nur eine Minderheit ist, die von der Ausbeutung des Planeten und seiner Ressourcen profitiert, ist es nicht im allgemeinen Interesse, diesen Leuten Vorschub zu leisten.

Je eher sie entmachtet und ausgegrenzt werden, desto besser.

Das Interesse der Allgemeinheit steht vor dem Interesse des Einzelnen.

Die Menschheit ist an einem Punkt angekommen, wo sie sich klar entscheiden muss, welchen Weg sie einschlagen und verfolgen will:

Den des maximalen Profits und der Ausbeutung oder den der Verantwortung gegenüber dem Ganzen und der Allgemeinheit.

Das Prinzip der Selbsterhaltung lässt da keine Alternativen zu. Es muss alles getan werden, was dem Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlage und einem friedfertigen Miteinander dient.

Unser Planet war von Beginn an ein großes Geschenk: Er ist überreich an Ressourcen, mehr, als wir tatsächlich zum Leben brauchen.

Und dank unserer technischen und wissenschaftlichen Kenntnisse sind wir sogar in der Lage, die Lebensbedingungen noch zu optimieren und neue Ressourcen zu schaffen!

Es fehlt eigentlich nicht mehr viel, um unseren Planeten und unser Leben auf ihm zu vervollkommnen. Das Wissen um die Zusammenhänge, die technischen Möglichkeiten sind da.

Wenn wir also Natur und Technik miteinander versöhnen und in Einklang bringen und unser Handeln auf die Grundlage der Nachhaltigkeit  stellen, können wir eine nahezu perfekte Welt erschaffen.

Tun wir es nicht, wird das bittere Ende nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Es ist nicht Fünf vor, sondern Fünf nach Zwölf.

Die Umkehr (Revolte) muss jetzt passieren!

Und wenn jeder sie in seinem ureigenen, privaten Umfeld praktiziert,  dann kann sie von heute auf morgen Wirklichkeit werden.

Alle Unterdrücker, Ausbeuter, Verzögerer  und Zerstörer gehören auf den Scheiterhaufen der Geschichte!

Es steht das Große Zeitalter der Emanzipation an.

Die Befreiung des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit (Kant) bei gleichzeitigem absolutem Respekt vor der Natur und ihren Gesetzen, die nicht und niemals außer Kraft zu setzen sind!

Niemand darf dabei aufgrund seiner angeborenen und erworbenen Eigenschaften bevorzugt oder benachteiligt werden.

Wir sind alle gleich und genießen alle die gleichen Rechte und Pflichten.

Freiheit. Gleichheit. Brüderlichkeit.

Equilibrium. Harmonie. Frieden. Wohlstand. Für alle.

Gerade, weil wir nicht wissen, ob es ein Leben nach dem Tod gibt, müssen wir alles dafür tun, um das Leben hier und jetzt zu optimieren.

Und bei allen Höhen und Tiefen, welche die Menschheit durchlaufen hat, und trotz all der Schrecklichkeiten, die auch heute noch von Menschen begangen werden, hat die Menschheit als Ganzes sich doch sehr weiterentwickelt und bewundernswerte Fortschritte gemacht.

Da ich an so etwas wie GOTT glaube, bin ich überzeugt, dass dies auch genau das ist, was er von uns erwartet und was der Sinn und Zweck der ganzen Veranstaltung ist.

GOTT wusste natürlich von Anfang an, wie es ausgehen wird.

Und da Gott für das Perfekte und Vollkommene steht, für das Positive, das Gute, das Schöpferische, das Kreative, bin ich auch überzeugt, dass am Ende alles gut wird.

Denn die Perfektion, die eigene Vervollkommnung ist dem Naturgesetz immanent.

(Und wenn sie nur ohne oder nur mit bestimmten Menschen zu erreichen ist, dann wird es eben genau so sein.)

Das Drehbuch wurde schon vor Urzeiten geschrieben. Wir sind nur Statisten und unbedeutende Kandidaten im Großen Quiz des Lebens. Klitzekleine Rädchen im Übergroßen Uhrwerk des Daseins.

Wer an das Gute und Richtige glaubt und es praktiziert, wird es auch erfahren oder wird zumindest seinen Beitrag dazu geleistet haben, diesen Zustand zu erreichen. Im Großen wie im Kleinen.

Eine Vision,  ein Narrativ, das von allen geteilt wird, wird Wirklichkeit.

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