Effizienz und Ökonomie

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Ich stecke offen gestanden nicht drin in der aktuellen Debatte um Organisationsentwicklung und richtige Unternehmensführung, verfolge es aber beiläufig, weil mich solche Fragen schon immer interessiert haben: wie sich eine Gemeinschaft welcher Größenordnung und Zusammensetzung auch immer am besten organisiert, um möglichst reibungslos zu funktionieren. Meine Gedanken dazu basieren auf jahrzehntelanger Beobachtung und Reflexion.

Das reibungslose Funktionieren ist als optimale Zielvorgabe gesetzt. Das versteht sich von selbst, denn wenn etwas nicht reibungslos funktioniert, dann funktioniert es ja eben nicht, das gibt die Semantik (Bedeutung) des Wortes „funktionieren“ schon vor. Bei allem Streben nach Perfektion müssen wir dennoch auch eine Toleranz gegenüber Reibungsverlusten in Kauf nehmen, denn eines dürfte inzwischen jedem klar sein: Nobody is perfect. Und selbst wenn du dich selbst für (nahezu) perfekt halten solltest, musst du eben akzeptieren, dass nicht alle so toll sein können wie du, denn wenn sie es wären, wärst du ja auch nicht mehr toll sondern so wie alle anderen.

Wenn wir von reibungslosem Funktionieren sprechen, wird uns darüber hinaus auf einen Schlag bewusst, wie weit wir in unserer heutigen Zeit von diesem Ideal entfernt zu sein scheinen. Nichts scheint gerade in der Welt „reibungslos“ zu funktionieren! Die „Reibungen“ haben im Gegenteil inzwischen ein Ausmaß angenommen, dass man sich ernsthaft Sorgen machen muss, wann es zur Explosion kommt. Oder befinden wir uns nicht sogar bereits inmitten des Schlachtfeldes? Und wann ist der Punkt erreicht, wo es zu einer Kettenreaktion kommt mit einer nicht mehr zu bremsenden Dynamik oder an dem endlich alle dieser Entwicklung Einhalt gebieten und sagen: Stopp! Es reicht! So geht’s nicht weiter! Wir müssen alle unser Verhalten überdenken und gehen zurück auf Anfang!

In den Sozialen Medien wie Twitter und Facebook ist diese Dynamik gesellschaftlicher Empörung jeden Tag auf’s Neue zu beobachten. Würden diese Leute im Alltag persönlich aufeinandertreffen, fehlte nicht viel, dass sich alle gegenseitig an die Gurgel gehen würden. (Sollten Soziale Medien hier als Ventil dienen, um Luft abzulassen, die sich im Alltag aufgestaut hat, dann bestens!) Auch wenn man die Twitter- und Facebook- und überhaupt Medien-Welten nicht 1:1 mit der wirklichen Welt gleichsetzen darf, so sind sie zumindest ein Spiegel dessen, was sich abspielt. Das hat sogar durchaus etwas für sich, denn es sorgt für eine Transparenz und einen Einblick in menschliche Abgründe, die man früher nicht einmal zu ahnen wagte. Jetzt ist dagegen alles transparent, selbst die geheimsten Geheimnisse sind mindestens für Internetbetreiber und Geheimdienste und Experten zugänglich. Es gibt keine Geheimnisse mehr! Irgendjemand ist immer eingeweiht und hat Zugang. Das ist in der Tat ein fulminant anderer Gesellschaftszustand als wir ihn noch im Kalten Krieg und danach hatten!!

Und dies ändert auch radikal unsere Perspektive und Wahrnehmung.

In einer Welt, in der Geheimnisse letztlich nicht zu verbergen sind – auch nicht mit der ausgefeiltesten Technik – wird alles transparent!

Und Transparenz ist in der Tat DAS Zauberwort!

Sie gilt in allen Lebensbereichen! Ob in der Familie, der Schule, dem Arbeitsplatz, dem Arzt, der Politik, der Wirtschaft undundund.

Entscheidungen und Urteile und Taten müssen transparent und nachvollziehbar sein, sonst erzeugen sie Unzufriedenheit, Unruhe, Untreue.

Diese Transparenz hat aber auch ihre Tücken. Denn sie offenbart, wie chaotisch und komplex die Welt tatsächlich ist.

Und je chaotischer uns die Welt oder unser persönliches Umfeld vorkommen, desto haltloser und orientierungsloser fühlen wir uns. Wir verlieren die Kontrolle – oder fürchten zumindest, sie zu verlieren.

Der Mensch braucht Orientierung, und er braucht Boden unter den Füßen.

Es ist kein Zufall, dass es sowohl in der Natur als auch in menschlichen Organisationen und sozialen Gemeinschaften Strukturen, Hierarchien gibt. Solche Strukturen helfen, den Alltag, die Arbeit, das Zusammenleben zu organisieren. Wir haben eine gewisse Checkliste im Kopf, die wir täglich abarbeiten, und wir haben Zuständigkeiten.

Vielleicht befindet sich die Demokratie gerade deswegen zur Zeit in einer Krise, weil sie in Sachen Effizienz und Lösungskompetenz als zu langsam erscheint. In der Tat sind die Herausforderungen unserer Zeit so groß, dass man ihnen nur mit Entschlossenheit, Geschlossenheit und Schnelligkeit begegnen kann.

Absolutes Negativbeispiel ist der #Brexit. Man kann ja inhaltlich zu ihm stehen wie man will (wer bei Verstand ist und etwas von Ökonomie versteht,  braucht da nicht zu überlegen), aber diese Hängepartie, die sich die staatlichen Organisationen und Repräsentanten in Großbritannien liefern, ist zweifelsfrei für alle Betroffenen eine Katastrophe!

Wie soll ein Unternehmer, wie soll ein EU-Bürger, wie sollen so viele andere Betroffene sich darauf einstellen? Es ist unmöglich. Nichts als Fragezeichen.

Es wäre hilfreich, wenn irgendjemand das Machtwort besäße, um die Streithähne ein für alle Mal auseinanderzureißen und klipp und klar zu sagen, wohin die Reise gehen soll! Und dann wird es auch so gemacht.

Autoritär.

So etwas verträgt sich natürlich nicht mit unserem Bild der Demokratie. Demokratie droht, zu einer reinen Quasselrunde zu verkommen, wo zwar jeder eine Meinung hat, aber niemand die Ärmel hochkrempelt und zur Tat schreitet.

Die Probleme sind inzwischen so komplex und ineinander verworren, dass die Lösung dem Durchschlagen des Gordischen Knotens gleicht.

Aber am Ende passiert das alles nur in unserem Kopf.

Die Komplexität lässt sich zwar nicht bestreiten – wir müssen sie als gegeben hinnehmen – aber das hindert uns nicht im Geringsten daran, sie beherzt zu entwirren.

Denn am Ende geht es nur um ein paar ganz einfache Grundprinzipien des Miteinanders.

Fangen wir in der Familie an, der ersten sozialen Gemeinschaft, in die wir hineingeboren werden. Schon hier sind angesichts der vielfältigen Ausgangslagen unendlich viele Variationen möglich, von Nationalität, Zeitalter über Gesundheitszustand und familiäres Umfeld bis hin zu was weiß ich was alles.

Die Familie gilt vor allem für die „Konservativen“ als der eigentliche Nukleus der Gesellschaft, eines Landes. Sie stellen – zumindest rhetorisch – die Familie in den Mittelpunkt ihrer Politik.

Für die Progressiven ist die Familie nur eine von vielen Varianten menschlicher Selbstorganisation. Die Schule ist zum Beispiel eine sehr prägende von ihnen, denn in der Tat sind die Schulen, ist das Bildungssystem der eigentliche Brennpunkt einer jeden Gesellschaft, denn hier findet (oder fand?) der größte Teil des Wissenstransfers zwischen den Generationen statt.

Heute wird dieser Transfer allerdings zu einem nicht unerheblichen Teil durch das weltweite Internet dominiert. Die Schule als solche gerät sogar ins Hintertreffen. Brauchen wir Schule in dieser Form überhaupt noch??

Es kann (darf!) nicht Aufgabe der Schule sein, passgerechtes Personal für die jeweiligen Bedürfnisse des Kapitals zu programmieren, so gerne einige das vielleicht hätten. Abgesehen davon, dass dies dem Prinzip der Menschenwürde und Selbstbestimmung widerspricht (was diesen Leuten herzlich egal ist), ist das auch gar nicht realisierbar.

Denn die äußeren Umstände und Gegebenheiten und Herausforderungen ändern sich heutzutage dermaßen schnell, dass man gar nicht hinterherkäme, die Menschen (und Maschinen auch) ständig umzuprogrammieren.

Jeder Mensch in der modernen Arbeitswelt ist heute gefordert, sich im Laufe seines Lebens  beständig weiterzubilden und neu zu orientieren.

(Wer das nicht möchte, sollte sich mit der Subsistenzwirtschaft und/oder Sharing Economy vertraut machen.)

Schule muss daher den jungen Erdenbürgern etwas mit an die Hand geben, was sie dazu befähigt, sich in der heutigen und zukünftigen Welt zurechtzufinden und ihren Platz zu finden.

Die jedem einzelnen, individuellen Wesen mitgegebene Einzigartigkeit ist dabei ein großes Geschenk für die Gemeinschaft, ein Schatz, den es zu heben gilt.

Schule ist also nicht mehr dafür da, die Schüler mit breitem Detailwissen vollzustopfen und zu überfrachten, sondern sie hat neben denken, sprechen, lesen, schreiben, rechnen und einem groben Allgemein- und Weltwissen vor allem Methoden und Techniken zu vermitteln, wie man lösungsorientiert an komplexe Fragestellungen herangehen kann. Denn das ist es letztlich, was im Leben tatsächlich gebraucht wird:

PROBLEMLÖSUNGSKOMPETENZ!

Damit eine Gemeinschaft möglichst reibungslos und stressfrei funktioniert, müssen also welche Bedingungen erfüllt sein? (Denken Sie etwas darüber nach, bevor Sie weiterlesen…)

Es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass eine Organisation/Gemeinschaft, in der jedes Mitglied seine klar definierte Zuständigkeit hat und gleichzeitig nach möglichst vielen Seiten durchlässig ist, einer „Gemeinschaft“ überlegen ist, wo es keine Zuständigkeiten gibt und jeder auf seinem Recht beharrt.

Ich habe beispielsweise viele Jahre als Redakteur und Chef vom Dienst bei einem TV-Nachrichtensender gearbeitet, unter anderem während 9/11 und der Finanzkrise. Wir befanden uns schlagartig in einem 24-Stunden-Breaking-News-Modus und brachten die Frucht unserer Arbeit gewissermaßen im direkten Verhältnis von 1:1 auf den Bildschirm. Live.

Ich werde nie vergessen, was für ein jämmerliches Bild zur gleichen Zeit die ARD mit ihrem Star-Moderator Ulrich Wickert ablieferte, der hilflos umherstammelte und überhaupt keine Übung darin hatte, „Strecke“ zu machen. Unsere Moderatoren dagegen waren darin geübt, genauso wie unsere Reporter und Korrespondenten. Die hörten vor allem sich selbst gerne reden und schafften es mühelos, minutenlang daherzuschwadronieren, um Lücken zu füllen und Zeit zu gewinnen sowie verschiedene Optionen und Theorien durchzuspielen. Die Quoten gaben uns recht und die Zuschauer verfolgten in der Tat mit anhaltendem Interesse unser Programm. Es war ein großer Achtungserfolg für unseren noch jungen und irgendwie nicht allzu ernst genommenen Sender.

Das war unternehmensintern umso bemerkenswerter, als 9/11 zu einem Zeitpunkt passierte, wo die Gründungsredaktion aus München nach Berlin umgezogen war, um sich mit der Nachrichtenredaktion des großen neuen Schwestersenders zu vereinen.

Diese Vereinigung verlief zunächst alles andere als reibungslos. Wir waren persönlich in der Belegschaft nicht willkommen. Sie hielten sich für etwas Besseres und zeigten sich von oben herab, wenig kooperativ. Jeder dort hatte einen gewissen Status zu verteidigen, der nun in der Masse und der Konkurrenz und dem beschleunigten Arbeiten unterzugehen drohte.

An 9/11 war für solche Vorbehalte jedoch kein Platz mehr. Nun wurde jeder gebraucht und jede/r musste jetzt zeigen, was er/sie drauf hatte! Die alteingesessenen Kollegen vom großen Schwesterkinder mussten neidlos anerkennen, dass wir neuen und eingeübten Live-Macher ihnen etwas voraus hatten, nämlich eine routinierte, eingeübte Schnelligkeit.

Von der Redaktionsleitung gab es gleich zu Beginn klare Ansagen, sofort wurden Zuständigkeiten definiert und zugewiesen. Ab da funktionierte die Redaktion wie ein Uhrwerk.

Jeder hatte also seinen klar definierten Platz, war aber bei Bedarf auch in einem angemessenen Rahmen anderweitig einsetzbar. Flexibel. Darüber hinaus brachte die Situation es mit sich, dass es natürlich einen gewissen Kontrollverlust gab: Die Lage war so unübersichtlich und komplex und neuartig, dass man gewissermaßen blind durch einen Tunnel fuhr. Das brachte viel Freiheit für jeden Einzelnen. Entgegen sonstiger Gepflogenheiten gab es keine vorherige Abnahme mehr, bevor ein Beitrag on air kam. Die Abnahme fand praktisch On Air statt. Wenn irgendjemandem aus der Redaktion oder von Außen irgendetwas auffiel, dann wurde das an den zuständigen CvD weitergegeben und der Fehler ad hoc korrigiert. Fliegendes Fernsehen.

Natürlich passieren in solchen Situationen Fehler, aber entscheidend ist, dass das Team als solches beweglich und flexibel ist und auf alle Eventualitäten reagieren kann, ohne zu kollabieren.

Natürlich hätten wir eine solche Leistung nicht vollbringen können, wenn wir nicht alle Profis auf unserem Gebiet gewesen wären und wenn wir nicht die dafür notwendige Infrastruktur gehabt hätten, auch an Personal.

Wenn dein Stab nur zwei Meter lang ist, wirst du beim Stabhochsprung keine großen Sprünge machen. Auf die Länge kommt es an! (hahaha)

Wäre eine Redaktion (oder welche andere Gemeinschaft auch immer) nach dem Prinzip organisiert, alle sind gleich und alles wird gemeinsam diskutiert und beschlossen, wäre der Sendebetrieb bis auf Weiteres zum Erliegen gekommen.

Schlagkraft und Effizienz gibt es nur im Moment der Einstimmigkeit und klaren Zielvorgabe. Und da dies außer in besonderen Krisenzeiten in großen Gemeinschaften auf demokratischem Wege kaum zu erreichen ist, braucht  es also klare Strukturen mit klaren Zuständigkeiten und damit auch Verantwortlichkeiten.

Denn wenn es innerhalb eines Teams nicht eine bis maximal zwei Person gibt, welche die Fäden in der Hand halten und den Prozess leiten und moderieren und steuern, dann können sich am Ende alle schulterzuckend zurückziehen und sagen, das war ich ja nicht, das waren ja auch die anderen.

Ein moderner Teamleiter ist aber nicht einfach der Wurmfortsatz des Vorgesetzten (ich kenne viele solcher Karriere-Typen), der von oben herab Direktiven ausgibt. Er ist nur der Gleichere unter Gleichen, der für sein Team geradesteht und es versteht, das beste aus jedem Mitglied herauszuholen. Schon die Zusammenstellung eines Teams beweist, ob der Teamleiter ein Händchen für Personalführung hat. Da gehört viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen dazu. Leider sind ja viele Vorgesetzte bloss Karrieristen, die sich halt selbst immer für die Größten halten und es irgendwie total geil finden, Leute unter sich zu haben.

Nun denn, sie können ja auch nichts dafür, dass sie so auf die Welt gekommen sind.

Ich persönlich war dagegen immer jemand, der sich ungern in den Vordergrund spielte und sich immer der gemeinsamen Sache verschrieben hat und keine Ziele verfolgte, die auf der Befriedigung meines Egos beruhten. (Jeder hat seine Eitelkeiten und freut sich über Anerkennung, aber man kann es damit auch übertreiben.)

Es macht großen Spaß, wenn man Teil eines Teams ist, das einfach wunderbar zusammen funktioniert! Wo jeder sich mit seinem Wissen und seinem Können einbringt und zum Gelingen des gemeinsamen Projektes beiträgt. Das ist für alle sehr befriedigend und verstärkt sogar noch das Gemeinschaftsgefühl! Man wird zu einem eingeschworenen Team, das gemeinsam durch dick und dünn geht!

Spaß. Das ist ganz wichtig!

Wenn man schon so viel Zeit an seinem Arbeitsplatz (und auf diesem Planeten) verbringt, dann soll es doch wenigstens Spaß machen! Und Spaß macht es nur, wenn man ein gutes Miteinander pflegt, sich gegenseitig respektiert und schätzt und einen guten Umgangston pflegt sowie für ein positives Arbeitsklima sorgt. Da hat jeder so seine Vorstellungen, insofern darf es hier keine Vorgaben geben. Umgekehrt gibt es so konträre Vorlieben, dass sie sich nicht miteinander vertragen. Das muss sich aus der jeweiligen Zusammenstellung der Gruppe ergeben.

Wir haben zum Beispiel mal mit unserer kleinen aber feinen Börsen- und Wirtschaftsredaktion einen Ausflug zum Fallschirmspringen gemacht. Für die meisten von uns – Chef wie Assistent – war es der erste Tandem-Sprung des Lebens aus einem fliegenden Flugzeug! In diesem Moment gab es keine Hierarchie mehr zwischen uns. Wir befanden uns alle in derselben Situation auf Augenhöhe und mussten zeigen, wie wir charakterlich damit umgingen. Das war groß und sehr gemeinschaftsstiftend!

Auch als Klassenlehrer an einer Neuköllner Grundschule habe ich sehr oft Ausflüge mit den Kindern unternommen. Denn nichts ist gemeinschaftsstiftender als gemeinsame Erlebnisse. Ich als Lehrer hatte natürlich das Sagen, aber sofern die Situation es zuließ, liess ich die Zügel auch schleifen und überließ die Kinder ihrer eigenen Kreativität, die nämlich genau dann auch zum Vorschein kommt, wenn sie NICHT verordnet wird!! (Nach dem Motto: jetzt setzt euch hin und seid kreativ !)

Kreativität braucht Freiheit. Ungebundensein. Ohne Vorgabe. Brain Storming. Ideen sammeln. Und wenn man die Ideen dann alle gesammelt hat, wird vernünftig und pragmatisch entschieden, welche am besten ist und gemeinsam umgesetzt wird. Danach geht es nur noch um Aufgabenverteilung und eine Strategie, wie man das Ziel am besten und schnellsten erreicht und wie man sich auf ändernde Umstände einstellt.

So wie die Natur uns das seit Jahrtausenden vormacht. Sich an die jeweiligen Umstände anpassen oder untergehen. Und da niemand ernsthaft untergehen möchte, muss man sich eben anpassen, allerdings auch nicht mehr als nötig.

Wie das Wasser in einem Gebirgsbach. Es passt sich den Gegebenheiten an und findet immer seinen Weg in Richtung Tal. Nur selten muss es Gewalt anwenden, wenn zum Beispiel durch einen Sturm Hindernisse in den Weg geraten sind. Die werden entweder durch Ausdauer oder durch massiven Druckaufbau aus dem Weg geräumt oder umschifft. Auf Dauer lässt sich dieser Strom nämlich nicht aufhalten, wenn er stark genug ist.

So ist die Berliner Mauer gefallen. So ist der Warschauer Pakt implodiert. Es lief so viel schief in diesem System, weil es zu starr und unflexibel und dogmatisch war, dass die Menschen schlicht und einfach das Interesse daran verloren und kollektiv sagten: So wollen wir aber nicht leben! Wir wollen auch frei sein!! Wir wollen selbst entscheiden, was wir aus unserem Leben machen! Nicht andere sollen über mich bestimmen dürfen! Und wenn überhaupt, dann nur, weil es vernünftig und nachvollziehbar und begründet und sinnvoll ist, um Geschlossenheit herzustellen und der Gemeinschaft als Ganzes zu dienen.

Wenn man so an die Dinge herangeht, mit Gemeinsinn, Verantwortungsbewusstsein und Respekt, dann kann im Grunde gar nichts schiefgehen. Dann kann die Menschheit noch alles zum Guten wenden.

Es gibt verschiedenen Interessengruppen, die es zu berücksichtigen gibt. Doch das allgemeine Interesse hat absoluten Vorrang vor allen Partikularinteressen.

Und es gibt zweifelsfrei auch Gruppen, die nur persönliche Profitinteressen verfolgen und nicht bereit sein werden, sich dem Gemeinwohl zu verschreiben.

Diese Leute gehören auf den Müllhaufen der Geschichte.

Wer nicht kooperiert, wird ausgeschlossen oder abgeschoben oder auf den Mond geschossen. Mir egal. Man kann ihnen ja eine Enklave einrichten, in der sie unter sich sind und ihren Vorlieben frönen dürfen. Es wird ihnen aber absolut untersagt, mit dem Rest der Welt in Kontakt zu treten geschweige denn ihn zu betreten. Wenn überhaupt, dann nur nach Erfüllung rigidester Vorgaben.

Die Krachmacher und Schreihälse schaffen es zwar immer, alle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, aber sie sind doch eine absolute Minderheit, auch wenn ihr Geschrei einen anderen Eindruck erweckt.

Wir können uns glücklich schätzen, dass es eine Minderheit ist. Das macht Hoffnung.

Wenn also alle anderen, die bisher eher schweigend und passiv die Entwicklungen verfolgen, endlich mal zu einer Entscheidung kommen und zur Tat schreiten und klar machen, dass sie diesen Weg der Intoleranz und Ignoranz nicht weiter bereit sind mitzugehen, dann kann die Gesellschaft schlagartig eine neue, bessere Richtung einschlagen.

Die Richtung kann  nur sein, unseren Planeten mit unserer natürlichen Lebensgrundlage zu bewahren und diesen Planeten zu einem vorbildlichen Ort zu machen, wo alles mit Liebe gemacht wird, wo jeder seinem Tagwerk nachgeht und im Frieden mit sich und seinen Mitmenschen lebt, respektvoll, freundlich, aufgeschlossen, tolerant. Der Zukunft zugewandt. Lösungsorientiert. Pragmatisch. Sachlich. Leidenschaftlich.

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