Die Coronapokalypse

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Wir erleben außergewöhnliche, bislang unvorstellbar kritische Zeiten dank des zuerst in China aufgetretenen Coronavirus COVID-19. Weltbörsen, Weltwirtschaft und private Existenzen stürzen in einen geradezu bodenlosen Abgrund. Die Weltgemeinschaft erlebt eine nie dagewesene kollektive Krise, welche die Gefahr eines kompletten Kontrollverlustes in sich birgt, wenn die Staaten und Regierungen nicht schnell und entschlossen handeln.

Ich habe eine solche Krise längst kommen sehen, spätestens als ich im April 2019 in einem kreativen Anfall einen Dreiakter mit dem Titel Titanic Club verfasste. In meinem Blog finden sich ebenfalls etliche jüngere wie ältere Beiträge, welche ein Ende der vorherrschenden neo-liberalen globalen Wirtschaftsordnung fordern wie vorhersagten.

(Tag der Abrechnung ; Ruhm, Konsum, Karriere ; Weltuntergang ; Die Zerstörung der USA – um nur einige zu nennen.)

Freilich wähnte ich seit Anfang des Jahres 2019 eher die wachsende Fridays-For-Future-Bewegung als Initialzündung. Von einem Corona-Virus konnte ich zu jener Zeit nichts ahnen. In noch älteren Postings sah ich in der Finanzkrise, ausgelöst von der Lehman-Pleite, das Damoklesschwert bedrohlich über der Weltwirtschaft schweben.

Es kommt jetzt Vieles zusammen, was das ganze globale Gefüge sowohl wirtschaftlich wie gesellschaftlich ins Wanken bringt und inzwischen wie in einer Kettenreaktion das Kartenhaus zum Einsturz zu bringen droht.

Der wirtschaftliche und gesellschaftliche Schaden angesichts von 225.000 Infektionen weltweit (Stand heute, 19/03/2020) ist schon jetzt nicht mehr zu beziffern!!

Landesgrenzen sind geschlossen, Flüge, Reisen, Transportketten weitgehend eingestellt und unterbrochen; Geschäfte, Restaurants, Fabriken geschlossen, unzählige Selbstständige und Freischaffende in ihrer Existenz massiv bedroht!!

Die Bevölkerung wird aufgefordert oder bereits gezwungen, in den eigenen vier Wänden zu bleiben, ohne Perspektive, für wie lange und unter welchen Umständen!!

Hastig werden Versprechungen gemacht oder Maßnahmen getroffen, diesen existenziellen Totalausfall abzufedern, mittels Steuerstundungen, Übernahme von Fixkosten (Strom, Wasser, Miete) oder finanzieller Transferleistungen. Staaten übernehmen milliarden-, gar billionenschwere Garantien für betroffene Branchen, von Banken über Luftfahrt bis zur Automobilindustrie und natürlich den gesamte Mittelstand, das Gastgewerbe, Freischaffende, Mittellose undundund.

Sorry, aber wer kann das bezahlen? Wer hat denn so viel Geld?

Schon die Finanzkrise hat die Staatshaushalte bis zum Gehtnichtmehr mit Schulden und umkalkulierbaren Risiken belastet. Und jetzt will man gleich die ganze Weltwirtschaft und -bevölkerung alimentieren? Wie soll das gehen? Allein die deutsche Wirtschaftsleistung betrug im vergangenen Jahr 3,44 Billionen (!!) Euro! Und die will die deutsche Bundesregierung mal eben – whatever it takes – kompensieren??

Das Vertrauen der Bürger in ihre Regierungen dürfte weltweit nicht sonderlich groß sein. In Deutschland hat es spätestens seit der Flüchtlingskrise 2015 arg gelitten, wo das Staatsversagen nur dank des solidarischen persönlichen Einsatzes unzähliger Bürger und ziviler Helfer halbwegs abgefangen werden konnte.

Die Folgen dieses unkontrollierten Zugangs hunderttausender Flüchtlinge sind bis heute nicht bewältigt, weitere drängten erst kürzlich zu Tausenden an der türkisch-griechischen Grenze auf Einlass, nachdem Türkeis Präsident Erdogan sie förmlich dazu ermunterte, um Druck auf die EU zu machen, ihm mehr Geld und Unterstützung zur Bewältigung der  Flüchtlingssituation vor Ort zu erpressen.

Mittlerweile hat selbst Afrika seine Grenzen für Europäer geschlossen, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus auf den schwarzen Kontinent zu verhindern.

Dank der besonders aus dem Ruder gelaufenen Situation in Italien sind Europäer weltweit nirgendwo willkommen. Der Tourismus ist komplett eingebrochen. Niemand soll sich mehr von der Stelle bewegen. Und wenn er/sie es trotzdem tut, drohen mancherorts empfindliche Einschränkungen, Strafen, Bußgelder.

Die Ausbreitung des Virus ist nach Aussage der Experten rasant. Innerhalb von drei Tagen verzehnfachen sich Pi mal Daumen die Infektionen. Und in zwanzig Prozent der Fälle nehmen sie einen so schweren Verlauf, dass stationäre Behandlung, u.U. samt Inkubation notwendig ist. Über die Sterblichkeitsrate sind sich die Experten bislang nicht einig, sie schwankt von 0,5 bis 7 Prozent. (Offizielle, wissenschaftliche Daten bei RKI und WHO)

Besonders betroffen sind Alte, Kranke, Schwache.

In Deutschland gibt/gab es nach aktuellem Stand 11.000 Fälle. Das sind 2800 mehr als am Vortag und 13,23 Fälle auf 100.000 Einwohner. Die meisten Fälle zeigen eher geringe Symptome. Von  den 11.000 Infizierten sind lediglich 20 gestorben. Alle Fälle sind älter als 65 Jahre, „das mittlere Alter der Todesfälle liegt bei 81 Jahren; der Altersmedian liegt ebenfalls bei 81 Jahren“ (Täglicher Lagebericht des RKI vom 19/03/2020).

In dieser Risikogruppe soll die Sterblichkeitsrate bei bis zu 20 Prozent liegen. Das geht natürlich schnell in die Millionen.

Und da offenbar keine Land auf der Welt entsprechende Kapazitäten vorweisen kann, um eine solche Masse an Erkrankten zu behandeln, legitimieren Experten und Regierungen damit die weitgehende Stilllegung des öffentlichen Lebens bis zum Totalen Lockdown.

Das heißt, alle, die nicht systemrelevant sind, sollen/müssen zuhause bleiben.

Systemrelevant sind vor allem Ärzte, Pfleger, Apotheken, Lebensmittel, Zivilschutz, Grundversorgung und Logistik.

Alles andere soll oder kann ins Homeoffice abwandern oder ersatzlos gestrichen werden.

Das ist eine krasse, radikale 180-Grad-Wende im gesellschaftlichen wie wirtschaftlichen System, die sich da abzeichnet und vollzieht:

  • Stationärer Handel? Bis auf Supermärkte, Drogerien, Apotheken, Tankstellen überwiegend verzichtbar. Es gibt schließlich Amazon & Co.
  • Restaurants und Cafés? Das übernehmen Caterer und Bringdienste.
  • Künstler und Musiker? Die könne sich doch auf YouTube austoben.
  • Schulen und Universitäten? Kann man ins Edu-Net outsourcen.

Es ist bemerkenswert, wie China – nachdem zumindest offiziell das Schlimmste vorüber ist – ein Video publizierte, indem die positiven Effekte  des regionalen Shutdowns propagandistisch bejubelt werden. Online-Handel, Online-Spiele, E-Learning: alles mit steiler Kurve nach oben!!

Die Botschaft ist klar: Leute, es ist am besten, ihr bleibt alle Zuhause und erledigt alles online. Vermeidet soziale Kontakte im Real Life! Die Welt da draußen steckt voller Gefahren, Viren und Bakterien! Trennt die Alten von ihren Enkeln und Kindern, denn ihr könntet sie infizieren!! Seid brav und folgsam, denn wir beobachten genau, was ihr 24 Stunden am Tag online macht!! Verreist nicht! Schaut euch lieber tolle Dokus auf Netflix an!!

Ist der ganze Corona-Hype also nur eine gigantische Propagandaschlacht der Chinesen, die aller Welt beweisen wollen, dass sie das Modell der Zukunft gefunden haben?

Denn sie selbst haben – zumindest laut offizieller Verlautbarungen – die Coronakrise dank ihres rigiden Eingreifens offenbar weitgehend überstanden. Stand heute (19/03/2020) gab es erstmals keine einzige Neuinfektion. Fabriken haben ihre Produktion bereits angefahren, das öffentliche Leben beginnt sich wieder zu normalisieren.

Seht her! So geht das!, lautet die triumphierende Botschaft an die Welt!

Und führen pluralistisch-demokratische Staaten und Bündnisse wie die USA, Italien, UK, Deutschland und EU, welche „die Würde des Menschen“ hochhalten, geradezu vor. Die sind in ihren Maßnahmen und Entscheidungen so zögerlich und unkoordiniert, dass wertvolle Zeit verstreicht und das Virus sich in bereits bedenklicher Weise ausgebreitet hat und weiterhin ausbreitet und dabei die Pflege- und Gesundheitsbranche, das wirtschaftliche wie gesellschaftliche Leben an den Rand des Kollapses führt.

Und das zum Schutz einer überwiegend überalterten Risikogruppe mit etlichen Vorerkrankungen, an der sich das ganze Gesundheits- und Pflegesystem nährt!!

Europa lebt von seinen offenen Grenzen und vom Welthandel. Das ganze Wirtschaftssystem basiert auf internationalen Lieferketten, auf Import und Export. Kein Land ist mehr alleine lebensfähig, schon gar nicht in der Lebensmittelindustrie. Die USA als noch führende Weltwirtschaftsnation sind der größte Importeur von Konsumgütern! Wie wollen die USA überleben, wenn der Welthandel zusammenbricht? Mit Google, Facebook, Twitter, Amazon kommt man nicht weit, wenn die entsprechenden realen Produkte fehlen.

Die USA haben die Kontrolle über die Ausbreitung des Virus dank ihres unbekümmerten Präsidenten Trump längst verloren. Das Gesundheitssystem war schon vorher so kaputt, dass es angesichts dieser Pandemie nur noch den Offenbarungseid leisten kann. Für den Durchschnittsamerikaner ist es eh völlig unerschwinglich.

Nicht anders in Großbritannien. Dessen Premier Johnson macht gar nicht erst den Versuch, die Pandemie einzudämmen, sondern favorisiert das  entgegengesetzte Modell: Lass das Virus schalten und walten, nimm die damit provozierten Millionen Todesfälle (vor allem unter den Alten, Kranken und Schwachen) in Kauf und sorge mittels natürlicher Auslese für die künftige Herdenimmunität.

So umstritten und zynisch dieser Weg ist, er ist zweifellos eine Option.

Immerhin handelt die Natur seit Beginn der Evolution nach diesem Prinzip. Bakterien, Viren, Krankheiten, Mutationen sorgen seit Menschengedenken dafür, dass nicht überlebensfähige Organismen aussortiert werden: Survival of the Fittest.

Die heutige moderne Medizin und der Wohlfahrtsstaat haben dieses Prinzip aus den Angeln gehoben:

Intensivmedizin und schulmedizinische Pharmaprodukte lassen Menschen am Leben, die früher längst den Löffel abgegeben hätten. Menschen kommen mehr oder weniger über die Runden, weil sie staatliche Stützen, Renten, Pensionen erhalten.

Die Folge: Die modernen Gesellschaften charakterisieren sich durch steigende Lebenserwartungen und mit einhergehender Überalterung samt geringer „Produktivität“/Gegenleistung.

Dieses Sozialsystem verschlingt jedes Jahr Eine Billion Euro, allein in Deutschland!!

Ist das gerechtfertigt? Hat dieser Weg eine Zukunftsperspektive? Zumal angesichts der weltweiten Bevölkerungsexplosion samt Ausbeutung der natürlichen Ressourcen und einhergehenden Umweltbelastung?

Gerade die Fridays-For-Future-Bewegung fordert doch vehement eine ökologisch-ökonomische Wende:

  • Weg vom globalen Handel!
  • Weg mit fossilen Energieträgern!
  • Weg mit industrieller Landwirtschaft!

Doch trotz aller Warnungen der Klimawissenschaftler über den menschengemachten Klimawandel und der Forderung nach radikalen Gegenmaßnahmen, brachte die FFF-Bewegung zwar Aufmerksamkeit und den Zug in Bewegung.

Aber erst das Coronavirus macht möglich, was sich selbst die optimistischsten Klimakämpfer wohl in ihren kühnsten Träumen nicht hätten ausmalen können:

Eine Vollbremsung der Weltwirtschaft, die den globalen Handel samt Treibhausgasen bereits massiv runtergefahren hat.

Dass das Millionen Menschen in die Arbeitslosigkeit und den finanziellen Ruin treibt, ist die hässliche Seite der Medaille.

Es ist und bleibt also ein Dilemma, eine Wahl zwischen Pest und Cholera, wie die betroffenen Länder mit dem Coronavirus umgehen sollen.

Würde der Totale Lockdown durch Versorgungssicherheit und eine Art bedingungslosem Grundeinkommen für jeden, der es benötigt, kompensiert werden, wäre das durchaus ein gangbarer Weg.

Systemrelevante Berufe wären weiterhin attraktiv und produktiv, während der Rest Däumchen dreht oder seiner Kreativität oder Fürsorge freien Lauf ließe.

Entweder man scheißt auf Abwehrmaßnahmen und nimmt den im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung „geringen“ Verlust von Menschenleben, insbesondere von Risikogruppen in Kauf,

oder man sorgt für maximal mögliche Lebenserhaltung unter Inkaufnahme eines Systems, das einen Großteil der Bevölkerung alimentiert, ohne im wirtschaftlichen Sinne „produktiv“ zu sein.

 

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