Brief aus Brasilien (4)

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Habe es endlich geschafft, das Video auf  YouTube zu stellen. War gestern im Haus von Zé Paulo, der erst seit diesem Jahr einen gebrauchten PC mit Internetanschluss hat. Die Leitung ist zwar ziemlich langsam, aber es hat geklappt. Das Hochladen dauerte allerdings rund vier Stunden. Vielleicht etwas viel Aufwand für das Video. 

Ich hatte es vergangenen Sonntag gedreht und seit Montag versucht, es ins Netz zu stellen. (siehe Brief aus Brasilien (2) )

Worum handelt es sich? Ich war mit Donna Marcelina und ihren Pflegekindern in der Kirchengemeinde der Assembléia de Deus, in die sie immer geht. Es ist eine der zahlreichen christlichen Freikirchen, die es in Brasilien gibt und die der katholischen Kirche erhebliche Konkurrenz machen (siehe Immer weniger Katholiken in Brasilien)

Wer Brasilien kennen und verstehen will, der kommt nicht darum herum, sich mit der Religiosität der Brasilianer auseinanderzusetzen. Religion, Glaube, Gott haben in Brasilien nach wie vor einen sehr hohen Stellenwert und spielen nicht nur in den Kirchen, sondern auch im Alltag eine sehr große Rolle.

Lastwagen und Autos tragen Glaubensformeln wie „Deus é fiel“ (Gott ist treu) oder „Jesús te ama“ (Jesus liebt Dich), Menschen verabschieden sich mit den Worten „Vai com Deus/Fica com Deus“ (Gehe mit Gott/Bleibe mit Gott) oder begrüßen/verabschieden sich mit den Worten „A Paz do Senhor“ (Der Friede des Herrn), Ältere segnen Jüngere mit den Worten „Deus te abençoe“ (Gott segne Dich), z.B. wenn die Kinder zu Bett gehen. Und das sind nicht einfach nur abgenutzte Floskeln wie das bayerische „Grüß Gott“ oder „Vergelt’s Gott“, sondern Ausdrücke eines lebendigen und tiefen Glaubens, der tatsächlich noch Berge versetzt.

Die Botschaft der christlichen Freikirchen, die ich erlebt habe, ist ganz einfach: Glaube an Gott, stelle Gott und die Bibel in’s Zentrum deines Denkens und Handelns, und er wird dir helfen. Belegt wird das mit zahllosen Bekenntnissen und Erfahrungsberichten von Gläubigen und Wiederbekehrten, die erzählen, wie Gott und ihr Glaube tatsächlich ihr Leben verändert haben. Und diese Bekenntnisse und Zeugnisse dienen wiederum der Ermutigung und Bestärkung der noch Zweifelnden.

Gott wirkt in Brasilien noch Wunder, während er im vom Glauben abgefallenen Deutschland so gut wie tot ist. Auch wenn es in Deutschland nach wie vor viele gläubige Menschen gibt (wie der Papst-Besuch zuletzt gezeigt hat): Im Alltag spielt der Glaube längst keine Rolle mehr. Es ist ja fast schon peinlich, sich zum christlichen Glauben zu bekennen. Die wahre Diaspora liegt in Deutschland, nicht irgendwo sonst in der Welt.

Christlich geprägte/religiöse Menschen können in Brasilien ein Erweckungserlebnis erfahren, ähnlich, wie es vielen ja im „Heiligen Land“ Israel/Palästina ergeht.

Mein Video will zeigen, mit welcher Inbrunst und Freude Gottesdienste in Brasilien zelebriert werden. Aus 60 Minuten gedrehtem Material habe ich knapp sieben Minuten herausdestilliert. Viel Vergnügen! (Neu hochgeladen. Alte Version hatte offenbar Probleme.)

Habe mir übrigens gestern die Bauarbeiten am künftigen WM-Stadion „Mineirão“ in Belo Horizonte angeschaut. Dort wird kräftig gewerkelt. So kurzfristig und unangemeldet war es leider nicht möglich, das Stadion von Innen zu drehen oder zu fotografieren. Ich bekam aber eine Kontaktnummer, wo ich mich nächste Woche melden kann. Hier wenigstens schonmal ein Foto von Auβen:

Bauarbeiten am WM-Stadion Mineirao in Belo Horizonte, Brasilien
Bauarbeiten am WM-Stadion "Mineirao" in Belo Horizonte

2 Gedanken zu „Brief aus Brasilien (4)“

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