Brasilien – Land der Zukunft?

Christusstatue in Rio

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Eine befreundete deutsch-brasilianische Familie verlässt mit ihren drei Kindern Berlin und wandert Anfang Juli nach Brasilien aus. Sie ziehen nach Belém, der Heimatstadt der Frau. Kein Einzelfall.

Christusstatue in Rio
Die Christusstatue in Rio

Aus unserem Umfeld haben wir schon von mehreren Brasilianern gehört, die ihre Zelte in Deutschland abbrechen und in ihre Heimat zurückkehren oder bereits zurückgekehrt sind.

Ich beneide sie ein bisschen.

Seit 2001 reise ich jedes Jahr nach Brasilien. Gerade in den letzten Jahren war jedes Mal eine positive Veränderung zu bemerken.

Brasilien boomt

Seit Jahren verzeichnet das lateinamerikanische Schwellenland enorme Wachstumsraten. Allein im vergangenen Jahr stieg das BIP (Bruttoinlandsprodukt) um 7,5 Prozent!

Der Schuldenstand ist auf unter 40 Prozent des BIP gefallen – und ist damit geringer als in vielen westlichen Staaten.

Die Schere zwischen Arm und Reich beginnt sich zu schließen. In der acht Jahre währenden Ära von Präsident Lula sind über 30 Millionen Brasilianer in die Mittelschicht aufgestiegen. Und die möchten ihren neu errungenen Wohlstand auch zeigen. Das Einkommen wird unmittelbar in den Konsum gesteckt. Und der hat einen Anteil von zwei Dritteln an der Wirtschaftskraft Brasiliens!

Und die Perspektiven für die nächsten Jahre sind gut. Schließlich wird 2014 die Fussball-WM der Männer in Brasilien ausgetragen. Zwei Jahre später folgen die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro. Das sorgt für Milliarden-Investitionen in Infrastruktur, Bauwirtschaft und im Dienstleistungsbereich.

Die Kehrseite der Medaille

Dennoch ist nicht alles Gold, was glänzt.

Brasiliens wirtschaftliche Stärke ist zugleich sein Handicap. Der brasilianische Real verzeichnet seit Anfang 2009 einen beispiellosen Höhenflug. Bekam man damals für einen Euro noch rund 3,5 Real, so muss man sich heute mit gut zwei Real zufrieden geben.

Hinzu kommt die hohe Inflationsrate. Sie liegt seit Februar bei über sechs Prozent. Das macht sich im Geldbeutel bemerkbar. Gerade Lebensmittel und Konsumgüter sind in Brasilien teuer – auch für Touristen. Bei einem normalen Großeinkauf im Supermarkt hat man schnell 200 Real ausgegeben. Das monatliche Durchschnittseinkommen eines Beschäftigten lag Ende 2010 bei 1000 Real.

Der Immobilienmarkt zeigt Überhitzungserscheinungen. Quadratmeterpreise in Rio übertreffen schon die Preise für Top-Immobilien in New York.

Das enorme Wirtschaftswachstum lässt ein weiteres strukturelles Problem Brasiliens zutage treten: Das mangelhafte Bildungssystem. Weil Brasilien seit eh und je zu wenig in die Bildung investiert hat, beklagt die Wirtschaft nun einen eklatanten Fachkräftemangel.

Bildung ist der Schlüssel für die Zukunft

Schließlich und endlich ist und bleibt die Kriminalität in Brasilien natürlich ein großes Thema. Sie steht aber in engem Zusammenhang mit der nach wie vor hohen Armut und der Perspektivlosigkeit vieler Menschen aufgrund des mangelhaften Bildungssystems.

Gute Schulbildung darf in Brasilien daher kein Privileg zahlungskräftiger Eliten bleiben. Wenn Brasilien in den nächsten Jahren konsequent sein Schulsystem an internationale Standards anpasst, dann steht dem Land eine rosige Zukunft bevor.

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Startschuss für die Fussball-WM 2014 in Brasilien

 

18 Gedanken zu „Brasilien – Land der Zukunft?“

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