Berlin-Wahl: Was kommt nach Rot-Rot?

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Rot-Grün? Rot-Schwarz? Gute Frage. Am Wahlabend wurde es doch noch knapp für eine Rot-Grüne Mehrheit. Am Ende haben sie einen Sitz mehr als die absolute Mehrheit. Mit der CDU dagegen wäre die Mehrheit noch komfortabler.

Und ich hege den Verdacht, dass der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) nicht nur deswegen lieber eine Große Koalition eingehen würde.

Denn die CDU wäre mit dem kumpelhaften Einfaltspinsel Frank Henkel ein weitaus bequemerer Partner für Wowi als die Grünen. Henkel ist von seinem kleinen Achtungserfolg so volltrunken, dass er alles schlucken würde, was Wowereit ihm hinwirft, nur um mitregieren zu können.

Und Wowi mag ja den Weg des geringsten Widerstandes, wie schon die letzte Abgeordnetenhauswahl gezeigt hat.

Schließlich will man ja noch Zeit für’s gemütliche Champagnerfrühstück im Reinhard’s haben und für die abendlichen Events der Schönen und Reichen.

Die Grünen sind ihm mit ihrem Ökofundamentalismus und ihrer Weltverbesserungsattitüde viel zu anstrengend. In den wichtigen und umstrittenen Verkehrsprojekten A100-Verlängerung und Flughafenausbau BBI sind die Positionen ohnehin kaum vereinbar.

Wer weiß, insgeheim hoffte Wowereit vielleicht, dass ihm gar keine andere Wahl geblieben wäre, als mit der CDU zu koalieren. Andererseits dürfte sie ihm viel mehr aus der Hand fressen, wenn er mit den Grünen als Alternative drohen kann.

Wir werden’s erleben.

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3 Gedanken zu „Berlin-Wahl: Was kommt nach Rot-Rot?“

  1. Das mit dem einen Sitz mehr als der absoluten Mehrheit hat mich heute etwas irritiert, denn es klingt knapper, als die Mehrheitsverhältnisse sind. Im Abgeordnetenhaus gibt es 152 Sitze, die Hälfte davon macht 76. SPD (48) und Grüne (30) kommen zusammen auf 78 Mandate, das sind zwei mehr als die Hälfte. CDU (39), Linke (20) und Piraten (15) kommen zusammen auf 74 Mandate. Rot-Grün hätte also 4 Stimmen mehr als die übrigen Parteien. Rot-Schwarz käme dagegen auf 87 von 152 Mandaten.

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