Auf der Ilha dos Aquarios

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Habe mich gestern Abend ins Nachtleben von Porto Seguro gestürzt und die Ilha dos Aquarios (Insel der Aquarien) aufgesucht. Aus der Ferne hatte ich sie schon bei meinen Fährfahrten von und nach Arraial d’Ajuda gesehen.

Es war beeindruckend. Ich persönlich habe eine solche Location noch nie gesehen, bin allerdings auch keiner, der sich sonst in Touristenzentren rumtreibt.

Ich hatte gehofft, jemanden meiner Bekannten und Freunde als Begleitung zu gewinnen, doch keiner hatte Zeit oder Lust oder Geld.

In Wahrheit war es wohl vor allem Letzteres. Denn der Besuch der Insel ist ein teureres Vergnügen.

Der Eintritt allein kostet schon 55 Reais. Karten werden in einem Laden gegenüber des Kassenhäuschens für Fahrten nach Arraial verkauft.

Ich erklärte dem dortigen Mitarbeiter, dass ich ein Journalist aus Deutschland sei und gerne auf der Insel mit meiner Kamera drehen würde. Er verwies mich auf die Türsteher an der Anlegestelle für das Schiff, das die Leute zur Insel rüberfährt.

Dort wurde ich gleich weitergereicht an den Betreiber der Location, Henrique A. Baquião, der vor Ort zugegen war. Ich erklärte ihm mein Anliegen. Einen Presseausweis konnte ich nicht vorweisen, nicht einmal meine Visitenkarte fand ich auf Anhieb. Aber das war überhaupt kein Problem.

Ich erklärte, dass ich Blogger sei mit dem Spezialgebiet Brasilien und gerade über Porto Seguro schreiben und hier drehen würde.

Er war super nett, gab mir seine Visitenkarte und erklärte, auch der Betreiber des Tôa Tôa, Barramares, Beat Beach, Transsilvania und des Eco Parque Arraial d’Ajuda zu sein. Also wirklich eine große Nummer hier. Er winkte mich durch und so konnte ich gleich auf die schon wartende Fähre steigen.

Das Schiff war voll. Und obwohl das Oberdeck schon wegen Überfüllung geschlossen war, ließ man mich durch, um drehen zu können.

Nachdem wir die Insel erreicht hatten, ging es über einen breiten Bootssteg zum großen Eingangsbereich, wo man seine Eintrittskarte vorweisen musste. Für Leute wie mich gab es ein eigenes Drehkreuz. Ich wies eine Visitenkarte von Henrique vor, auf die er eigens meinen Namen geschrieben hatte. Damit kam ich rein.

Zunächst musste man sich aber noch von Sicherheitsleuten mit Metalldetektoren checken lassen.

Hinter ihnen blieben erst einmal alle stehen, um sich zu orientieren, Fotos zu schießen, das beeindruckende Ambiente auf sich wirken zu lassen. Alle hatten sich herausgeputzt. Es kamen Familien mit Kleinkindern, auch ältere Leute im Rentenalter, aber vor allem junges Volk aus allen Teilen Brasiliens, überwiegend aus Minas Gerais.

Es war noch früh (ca. 21 Uhr), dementsprechend noch nicht so viel los. Sanfte Música Popular erfüllte die tropisch warme Nacht im Empfangsbereich. In dem weitläufigen, sehr gepflegten und sauberen Park wurden einzelne Palmen und sonstige Gewächse in verschiedenen Farben angestrahlt. Ein wunderschöner Anblick.

Eine große Hinweistafel gab einem Orientierung. Linker Hand kommt man zur Bar da Praia (Strandbar), wo später eine Live-Band Forró-Musik spielte und zwei Tänzerinnen und ein Tänzer eine beeindruckende Show hinlegten. Am flachen Sandstrand gibt es in diskretem Abstand diverse Sitzgelegenheiten. Beleuchtet wird das Chill-Out-Areal von einzelnen weißen Lampions, die in größeren Abständen auf dem Sandboden verteilt sind.

Rechter Hand vom Empfangsbereich aus gesehen geht es zu den Hauptattraktionen, den großen Aquarien mit heimischen Meeresbewohnern wie Haien und Rochen, dem Festplatz mit diversen Restaurants und der Hauptbühne, auf der später ebenfalls live gespielt und getanzt wurde, vor allem die hier sehr beliebte Axé-Musik.

Auch für die Kinder gibt es Programm. In einem Haus, das dem portugiesischen Barockstil nachempfunden ist, befindet sich eine Bühne, auf der zwei Mitarbeiterinnen den versammelten Kindern anschaulich etwas über die artenreichen Meeresbewohner dieser Region erzählten.

Zu guter Letzt ist links von der Hauptbühne noch ein weiteres Haus, in dem ein DJ Techno- und Trance-Musik auflegt. Hier und vor der Hauptbühne war später am meisten los.

Es lohnt sich also, etwas früher da zu sein, um sich in Ruhe alles anzuschauen, vielleicht hier und da in einem der Restaurants oder der Bars einzukehren, wenngleich die Preise gesalzen sind. Eine Dose Bier kostet 6 Reais, eine kleine Flasche Wasser 4 Reais, eine Caipirinha 8 Reais, Kleinigkeiten wie Coxinhas, Hot Dogs oder Crêpes kosten auch sechs bis acht Reais. Das günstigste Angebot, das ich fand, war ein Salgado (gesalzene Teigware) inklusive Saft für 10 Reais. Wer hier richtig etwas essen will, bezahlt pro Portion 30, 40, 50, 60 Reais oder mehr.

Ab 22 Uhr wurde es dann immer voller und die Party ging richtig los. Groß!

Gegen 2 Uhr morgens hatte ich dann, wie viele andere auch, genug. Es ging mit dem Schiff zurück nach Porto Seguro, wo ich mir ein Motorrad-Taxi schnappte und zügig für 12 Reais nach Hause chauffiert wurde. Mein Fahrrad, mit dem ich zur Anlegestelle gefahren war, ließ ich dort (angekettet) stehen. Um diese nächtliche Uhrzeit und mit meinem Kamera-„Equipment“ wollte und sollte ich es nicht mehr nutzen.

Fazit: Wer für ein paar Tage in Porto Seguro oder Umgebung ist, sollte sich die Ilha dos Aquarios nicht entgehen lassen. Das Event ist seinen Preis wert. Freitags ist immer Programm. In der Hauptsaison wie jetzt ist die Insel auch sonntags geöffnet.

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