Auf dem Teufelsberg (mit Video)

Mond über Berlin

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Mond über Berlin
Mond über Berlin

Gestern Abend mit Frau und Kindern und zwei brasilianischen Freundinnen auf dem Teufelsberg gewesen, um das Naturschauspiel der blutroten Mondfinsternis zu beobachten.

Obwohl ich seit über zehn Jahren in Berlin lebe, war ich noch nie auf diesem Hochplateau.

Es war ein wunderbarer, milder Sommerabend. Es herrschte eine friedlich-fröhliche Stimmung. Als wir gegen 21:30 Uhr oben ankamen, hatte man gleich einen weiten Blick über die Stadt. Viele Leute waren schon da, auf den höchsten Aussichtspunkten hatten zahlreiche Fotografen ihre Stative in Richtung Horizont aufgestellt.

Leider war er aber so bewölkt, dass es keinen Mond zu sehen gab.

Trotzdem wollten wir uns ein schönes Plätzchen suchen, um eine Decke auf den Boden zu legen und die schöne Stimmung zu genießen. Wir schlenderten auf dem Plateau entlang. Dabei wurden wir von großen Insekten umschwirrt, die gegen unsere Köpfe und Körper prallten. Wir dachten erst, es handele sich um Hornissen oder andere stechende Viecher. Vor allem mein vierjähriger Sohn geriet in Panik und fing an zu weinen und um sich zu schlagen.

Ich sprach ein freundliches älteres Paar an, das uns entgegen kam und fragte, ob die Viecher stechen würden. Der Mann verneinte. Es handele sich um Junikäfer, besser bekannt als Maikäfer, aber wir haben ja jetzt Juni. Und der Junikäfer sei völlig harmlos. Zum Beweis nahm er einen in die Hand und zeigte ihn uns.

Der Käfer war so starr vor Schreck, dass er reglos auf der Handfläche des Mannes lag. Der freundliche Herr forderte meine Kinder auf, den Käfer mal anzufassen. Nicho traute sich nicht und war nicht zu beruhigen. Noa dagegen zeigte keine Berührungsängste.

Nicho wollte einfach nur weg. Meine Frau und ihre Freundinnen hatten – ungefährlicher Junikäfer hin oder her – auch keine Lust, ständig von den Insekten angeflogen zu werden. Noa und ich wären gern geblieben. Aber wir fügten uns der Mehrheit und stiegen wieder vom Teufelsberg herab.

Aber verpasst haben wir ja offensichtlich eh nichts.

Strahlender Mond am Vorabend der Mondfinsternis

Viel beeindruckender war der Mond am Abend davor. Irrtümlich hatte ich den Blutmond ohnehin am 14. Juni erwartet. Am späten Abend zeigte sich der Mond ungewöhnlich hell vor unserem Küchenfenster und malte bizarre Bilder an den wolkenverschleierten Himmel. Einmal sah es so aus, als würde eine weisse Kugel sehr sehr langsam einen Hügel runterkullern und dann über ein Hindernis springen. Ich habe ein Video daraus gemacht. (Leider etwas verwackelt, weil ich auf die Schnelle mein Stativ nicht im Keller gefunden habe….)

Es zog mich in den Bann. Und schien die Leute irgendwie verrückt zu machen. Freunde, die bei uns zu Besuch waren, zeigten sich extrem aufgekratzt und überdreht. Meine Kinder konnten kaum schlafen, obwohl sie den Mond von ihrem Schlafzimmer aus gar nicht sehen konnten.

Im Laufe der Nacht war der Spuk dann endlich vorbei.

Auf dem Teufelsberg

 

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