Adidas nimmt umstrittene WM-Shirts von US-Markt

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Der Sportartikelhersteller und FIFA-Partner Adidas hat zwei T-Shirts vom Markt genommen, die in Brasilien wegen ihrer als sexistisch wahrgenommenen Aufdrucke für Unmut gesorgt hatten. Das teilte mir der Konzern per Mail mit.

Wie in meinem vorangegangenen Artikel berichtet, hatte die staatliche brasilianische Tourismusbehörde Embratur an den T-Shirts Anstoß genommen, die anlässlich der WM 2014 ausschließlich auf dem US-Markt angeboten wurden.

Ein Damenshirt war mit der Aufschrift „I ♥ Brazil“ versehen, wobei im Herzen ein dünnes Dreieck mit gebogenen Schenkeln prangte, sodass es einem weiblichen Po mit Tanga glich.

Ein Herrenshirt trug den Aufdruck „Looking to score – Brazil“ nebst Bikinimädchen und Zuckerhut. „To score“ heisst einerseits Punkte machen, Tore schießen. Man kann es aber auch sexistisch als „einlochen“ verstehen…

Embratur sah darin eine unverhohlene Aufforderung zum Sex-Tourismus und forderte den Ausrüster diverser Fussball-Nationalmannschaften auf, die Shirts vom Markt zu nehmen.

Während der Konzern aus Herzogenaurach zunächst nur beteuerte, die T-Shirts seien „definitiv nicht mit der Absicht entworfen (worden), um Frauen und die Rechte von Frauen in irgendeiner Form zu verletzen“, aber an der Produktlinie festhielt, zog er schließlich doch die Reißleine.

In dem Statement, das mir heute per Mail zuging, erklärt Adidas nun:

Da wir immer aufmerksam auf das Feedback unserer Kunden und Partner achten, haben wir uns dazu entschieden, diese Produktlinie vom Markt zu nehmen. Bei der Kollektion handelte es sich um eine limitierte Auflage, die nur in den USA zum Kauf erhältlich war.

Zweifellos die richtige Entscheidung. Ein „Gringo“ hätte sich mit einem solchen Shirt vor Ort ohnehin kaum Freunde gemacht.

Sexistische Adidas-Shirts sorgen für Unmut in Brasilien

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